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Bayerische Jugendwoche vor Veränderungen

BSV Logo 17xsDie Bayerische Jugendwoche als große gemeinsame Veranstaltung für die bayerischen Jugendklassen, bei der die Bayerischen Jugendmeister ermittelt werden, steht vor Veränderungen. In 2022 findet kurz vor dem geplanten Termin der Bayerischen Jugendwoche in Kiel die Deutsche Jugendmeisterschaft statt, einer der Gründe, warum Klassenvereinigungen der 29er- und der ILCA-Klasse in diesem Jahr die Bayerische Meisterschaft im Rahmen anderer Veranstaltungen geplant haben. Damit wird eine klassenübergreifende zeitgleiche Bayerische Jugendmeisterschaft im Rahmen der Bayerischen Jugendwoche ausgehöhlt.

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Bayerische Segler:innen fahren zum Training und zur Regatta an den Gardasee.

Spätestens auf der Brennerautobahn ist klar, die bayerischen Segler aus den Jugendklassen zieht es in den Osterferien an den Gardasee. Vollbeladene Bootsanhänger aus allen bayerischen Regionen und auch aus vielen anderen Bundesländern sind unterwegs Richtung Süden. Am Gardasee treffen sich alle, die im Segelsport vorn dabei sein wollen zum ersten großen Training in der neuen Saison. Und so sind auch viele bayerische Vereine mit ihren Nachwuchsseglern und -Seglerinnen mit dabei, Zeit auch um die vielen Freunde aus den anderen Vereinen wiederzusehen oder neue Freundschaften aufzubauen. Auch BSV Landestrainer Tom Loewen hat viele der bayerischen Kadersegler zum Training an den Gardasee eingeladen.

Ein weiteres Highlight für die Opti-Kids ist das Lake Garda Meeting, das über Ostern in Riva, mit 1.200 Teilnehmern die größte Opti-Regatta, stattfindet. Auch hier sind viele der bayerischen Opti Seglerinnen und Segler am Start. Bei der Auftaktregatta, dem Country Cup, startete Moritz Hamm vom CYC für den DSV und wurde hervorragender 4ter.  

Bilder vom Gardasee Training der bayerischen 420er und vom Lake Garda-Meeting von Tom Loewen, BSV Landestrainer:

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German Sailing Team: Eine Medaille und acht Top-Ten-Platzierungen beim Worldcup-Auftakt auf Mallorca

2780898 n 3Palma de Mallorca, 9. April 2022: Das German Sailing Team ist erfolgreich in die neue olympische Segelsaison gestartet. Bei der Trofeo Princesa Sofía holten die GER-Teams vor Mallorca in zehn Disziplinen acht Top-Ten-Platzierungen.

Laser-Weltmeister Philipp Buhl (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Alpsee-Immenstadt) erwies sich im Balearen-Revier als einmal mehr Leistungsgarant, holte mit Bronze im ILCA 7 eine Medaille für die DSV-Flotte. „Das Medaillenfinale ist für mich mit Platz zehn nicht besonders gut gelaufen“, räumte der 32-Jährige ein, „ich habe zwar den mit meinem Trainer erarbeiteten Plan umsetzen können, doch der ging bei einem 30-Grad-Winddreher und plötzlich abgeschaltetem Wind auf der rechten Seite nicht auf. Das war ein bisschen enttäuschend. Ich freue mich aber übers gute Gesamtergebnis, das ich als Motivation für die Saison mitnehme. Ich konnte erfolgreich an den Bereichen Start und Startkreuz arbeiten. Es war für mich sehr schön zu sehen, wie anders man segelt, wenn man von Beginn an dabei ist“, sagte der 32-Jährige. 

Eine imposante Klassenleistung lieferten die neu formierten deutschen 470er-Mixed-Crews in der Bucht von Palma de Mallorca ab. Zwar gelang Luise Wanser/Philipp Autenrieth (Norddeutscher Regatta Verein/Bayerischer Yacht-Club) und Malte Winkel/Anastasiya Winkel (Schweriner Yacht-Club/Norddeutscher Regatta Verein) das Medaillenrennen der besten zehn Teams mit den Rängen neun und zehn nicht nach Wunsch, doch war die gute Gesamtleistung am Ende trotzdem die Plätze vier und acht wert. Damit hat sich das German Sailing Team schon beim Start der neuen Olympia-Disziplin in der Weltspitze etabliert. 

„Wir müssen uns als Team international ganz sicher nicht verstecken“ 

Luise Wanser, beste 470er-Steuerfrau im international herausragend besetzten Mixed-Feld, sagte: „Das Medaillenrennen heute war ein kleiner Dämpfer. Wer will in der Gesamtwertung schon gerne Vierter werden? Wir haben bei stark drehenden Winden heute vermutlich einen Strategiefehler gemacht, hätten nach dem Start dichter bei unseren direkten Gegnern im Kampf um die Medaillen bleiben sollen. Aber wir haben in dieser Woche bei der ersten international wirklich gut besetzten 470er-Mixed-Regatta auch gesehen, dass wir das Potenzial haben, Medaillen zu gewinnen. Das ist die gute Erkenntnis auf dem Weg zur nächsten Regatta, wofür wir nun hoffentlich einen gut haben…“ 470er-Steuermann Malte Winkel sagte: „Der zehnte Platz im Medaillenrennen war sicher nicht der Abschluss, den wir uns gewünscht hatten. Mit etwas Abstand aber wird die Gesamtleistung Motivation schaffen. Uns war klar, dass wir durch das Studium etwas wenig Trainingszeit hatten und der Saisonauftakt noch etwas holprig verlaufen kann. Wir wissen nun aber, dass wir in der Spitze mitfahren. Wir müssen uns als Team international ganz sicher nicht verstecken.“ 

„Das war ein starker Aufschlag“ 

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner hat die Mannschaft in dieser ersten Runde der Weltcupserie vor Mallorca begleitet und sagte: „Das war ein starker Aufschlag und eine sehr gute erste Standortbestimmung. Wir waren zwar noch nicht in allen Disziplinen in Original-Besetzungen am Start und hatten während der Regatta einige Erkrankungen wegzustecken, obwohl sich alle unsere Athleten sehr achtsam verhalten haben. Wir haben bei dieser Trofeo Princesa Sofía sehr gute Ergebnisse erzielt. Das ist eine tolle Bestätigung für die Intensität und Güte des Wintertrainings und der Arbeit der Trainer und der Athleten.“ 

Das gilt genauso für die Aktiven in den neuen Olympia-Disziplinen Formula Kite für Männer und Formula Kite für Frauen. Jannis Maus (Cuxkiters e.V.) und Florian Gruber (Norddeutscher Regatta Verein) beendeten die Serie auf den Plätzen vier und sechs inmitten der Weltelite. Jannis Maus, der erst im Februar seinen Master in Physik erfolgreich absolviert hat, sagte: „Ich bin überglücklich! Da sieht man, was geht, wenn ich mich endlich nur aufs Kiten konzentrieren kann. Da kommt dann auch richtig was bei rum! Ich bin mit Blick auf die Saison super zuversichtlich, fühle mich auf Upwind wie Downwind sehr schnell und will mich in diesem Sattel halten.“ Auch Kiterin Leonie Meyer hat elf Monate nach Geburt ihres Sohnes Levi und harter Arbeit fürs Comeback einen mächtigen Satz nach vorne gemacht und Platz neun erreicht. Ihr Fazit: „Unser Feld ist mit dem neuen Olympiastatus stärker, aber auch kompakter geworden.  Ich konnte hier wieder Gegnerinnen schlagen, die auch vor der Geburt unseres Sohnes vor mir waren, sogar Daniela Moroz! Das hatte ich so noch nicht erwartet. Ich bin nun sehr zuversichtlich für das, was noch kommt.“ 

Kleine Dämpfer, große Comeback-Hoffnungen 

Ein paar Federn lassen musste iQFOiLer Sebastian Kördel am Finaltag: Als Vierter nach Weltklasseleistungen in die Finalrunden gestartet, beendete der 31-Jährige vom Norddeutschen Regatta Verein die Serie nach einem verpatzten Reach-Abschnitt als Gesamt-Siebter. Mit Augenzwinkern sagte Kördel trotz seiner Enttäuschung: „Wenn wir Wind zwischen zehn bis 20 Knoten haben, überholt mich auf der Geraden niemand. Vielleicht war ich heute nicht locker genug. Ich glaube, ich muss jetzt mal ein bisschen an meinem Survival-Setup arbeiten.“ Pech hatten die Rio-Bronzemedaillengewinner Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club), die gewohnt überzeugend in die Regatta eingestiegen waren. Das Team musste sich ab Tag drei mit erkranktem Steuermann abmelden und setzt nun aufs baldige Comeback. Das gilt auf für die 470er-Crew Theres Dahnke /Matti Cipra (Plauer Wassersportverein), die in Top Ten-Position liegend erkrankt aufgeben mussten. Nächste große Regatta für die Besten im German Sailing Team ist die French Olympic Week vor Hyères vom 23. bis zum 30. April.

ERGEBNISSE HEMPEL WORLD CUP SERIES 2022 – Runde 1 (TROFEO PRINCESA SOFÍA)

ILCA 7
1. Michael Beckett (GBR), 51 Punkte
2. Matt Wearn (AUS), 57 Punkte
3. Philipp Buhl (SCAI/NRV), 68 Punkte

ILCA 6
1. Sarah Douglas (CAN), 28 Punkte
2. Hannah Snellgrove (GBR), 59 Punkte
3. Vaselia Karachaliou (GRE), 62 Punkte
17. Hannah Anderssohn (Warnemünder Segel-Club), 109 Punkte

470er Mixed
1. Jordi Xammar/Nora Brugman (ESP), 28 Punkte
2. Giacomo Ferrari/Bianca Caruso (ITA), 45 Punkte
3. Kevin Peponnet/Aloise Retornaz (FRA), 50 Punkte
4. Luise Wanser/Philipp Autenrieth (Norddeutscher Regatta Verein/Bayerischer Yacht-Club), 54 Punkte
8. Malte Winkel/Anastasiya Winkel (Schweriner Yacht-Club/Norddeutscher Regatta Verein), 87 Punkte

49erFX
1. Odile van Aanholt/Annette Duetz (NED), 51 Punkte
2. Martine Soffiatti Grael/Kahena Kunze (BRA), 61 Punkte
3. Jana Germani/Giorgia Bertuzzi (ITA), 69 Punkte
8. Sophie Steinlein/Marie Thusgaard Olsen (GER/DEN), 110 Punkte
15. Maru Scheel/Catherine Sophie Bartelheimer (Kieler Yacht-Club/SCIA), 120 Punkte

49er
1. Erwan Fischer/Clément Pequin (FRA), 50 Punkte
2. Ian Barrows/Hans Henken (USA), 53 Punkte
3. Mikolaj Staniul/Jakub Sztorch (POL), 74 Punkte
11. Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (Bayerischer Yacht-Club), 103 Punkte

Nacra 17
1. Ruggero Tita/Caterina Banti (ITA), 16 Punkte
2. Sinem Kurtbay/Akseli Keskinen (FIN), 52 Punkte
3. John Gimson/Anna Burnet (GBR), 56 Punkte

Formula Kite Männer
1. Theo de Ramecourt (FRA), 13 Punkte
2. Benoit Gomez (FRA), 20 Punkte
3. Connor Bainbridge (GBR), 32 Punkte
4. Jannis Maus (Cuxkiters e.V.), 42 Punkte
6. Florian Gruber (Norddeutscher Regatta Verein), 69 Punkte

Formula Kite Frauen
1.  Daniela Moroz (USA), 31 Punkte
2. Lauriane Nolot (FRA), 23 Punkte
3. Ellie Aldridge (GBR), 37 Punkte
9. Leonie Meyer (Norddeutscher Regatta Verein), 108 Punkte

(Info zu den Punkten: Im Formula Kite entscheiden die Ergebnisse in den Finalrunden, nicht die Nettopunktzahl)

iQFOiL Männer
1. Andrew Brown (GBR), 37 Punkte
2. Nicolò Renna (ITA), 56 Punkte
3. Luuc van Opzeeland (NED), 42 Punkte
7. Sebastian Kördel (Norddeutscher Regatta Verein), 79 Punkte

iQFOiL Frauen
1. Hélène Noesmoen (FRA), 58 Punkte
2. Pilar Lamardrid Trueba (ESP), 80.1 Punkte
3. Maja Dziarnowska (POL), 131 Punkte

Neun Seglerinnen und Segler aus Bayern segeln vor Palma mit um die Trofeo Princesa Sofia.

Der bayerische Laser-Weltmeister Philipp Buhl (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Alpsee-Immenstadt) holte mit Bronze im ILCA 7 eine Medaille für die DSV-Flotte.
 
 
--- NEWS aus Plama ----> Top Ergebnisse der bayerischen Segler zur Halbzeit: vielversprechend-deutschlands-olympiasegler-sind-gut-ins-erste-kraeftemessen-der-saison-gestartet

 

 

 
Mit eine Rekordbeteiligung von ca. 1.000 Aktiven startet mit der Trofeo Princesa Sofia auf Mallorca die Weltcupsaison 2022. Viele Olympiateilnehmer starten von ihrer Pause nach Tokyo wieder in den neuen Olympia-Zyklus. Neu sind die klassen 470er Mixed, IQ Foil weiblich und männlich sowie Formula Kite weiblich und männlich. Race areas of the Trofeo Princesa Sofia Mallorca
Alle Infos und Ergebnisse auf: 
Diese Sporter*innen aus Bayern sind mit dabei:
470er Mixed: 
Philipp Autenrieth, BYC (als Vorschoter von Luise Wanser)

Theresa Loeffler, DTYC 
Christopher Hoerr, SCBC, DTYC, CYC

49er: 
Jakob Meggendorfer, BYC 
Andreas Spranger, BYC
49er FX: 
Nadine Boehm, DTYC 
Lena Weisskichel, DTYC
ILCA 7:  
Philipp Buhl, SCAI, NRV
Nacra 17: 
Estela Jentsch Steimer, SCFF 
mit Paul Opolony (Schluchsee)

 

 

 

Der Bayerische Landeskader mit neuem Elan.

 

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Wer in der nationalen und internationalen Spitze mitsegeln will muss das ganze Jahr intensiv trainieren, gutes Bootsmaterial besitzen und an möglichst vielen, auch internationalen Regatten teilnehmen. Das können weder die meisten Vereine noch die meisten Eltern unserer jungen Spitzensegler:innen leisten. Neben dem DSV Bundeskader, in dem aktuell 10 von 60 Segler:innen aus Bayern kommen und dem DSV Nachwuchskader (Nationalmannschaft) mit aktuell 9 von 41 Segler:innen aus Bayern, sind die Landeskader ein erster Schritt in den Spitzensport. Die Förderung der jungen Nachwuchstalente ist eine der wichtigsten Aufgaben der Landesverbände. BSV Landestrainer Tom Loewen und BSV Vorstand Markus Reger haben gemeinsam den Landeskader neu aufgestellt. Erstmals seit vielen Jahren sind auch die Jüngsten, die Opti-Segler:innen wieder im Landeskader vertreten.
15 junge Opti-Seglerinnen und -Segler gehören ab sofort dazu, davon gehören acht zum Kern des Kaders, die weiteren sieben stehen kurz vor dem Umstieg in eine nächste Klasse und wurden schon in der Vergangenheit vom BSV unterstützt, sind aber selbstverständlich jetzt noch dabei. Landestrainer Tom Loewen und Opti-Trainer Sven Stadel werden das bayerische Opti-Team trainieren und auf die sechs wichtigsten Regatten im Jahr 2022 vorbereiten. Das traditionelle „Lake Garda Meeting“ im April ist der Auftakt, dann folgen die EM und WM-Ausscheidung im Mai in Warnemünde, die WM im Juli in Bodrum (Türkei), im August dann die EM in Sonderburg (DK) und die IDJM im Rahmen von 50 Jahre Olympia in Kiel sowie der Abschluss mit der Landesjugendmeisterschaft am Starnberger See. Ein volles Programm also für unsere jüngsten Segler:innen in diesem Jahr, das sich der Opti-Landeskader vorgenommen hat. 
Im 29er trainieren Slawomir Dziubinski, besser bekannt als Slawek und Ramón Aixemeno die zwölf bayerischen Kadersegler:innen. Mit dabei sind Jule Ernst und Louisa Schmidt vom DTYC sowie Frederik Steuerer vom ASC, die auch zur Jugendnationalmannschaft des DSV gehören. Auch die 29er haben ein anspruchsvolles Regattaprogramm, die Highlights sind sicher die Landesjugendmeisterschaft im Mai, die YES (Kiel) im Juni, gefolgt von der EM in Rungstedd (DK), der WM in El Balis (ESP) und auch die 29er, wie alle anderen Jugendbootklassen, sind bei der IDJM in Kiel mit dabei.
Ebenso wie das 420er Landeskaderteam, die zwölf Seglerinnen und Segler bereiten sich mit ihren Trainern Lorenzo und Riccardo de Felice auf ihre Regatten vor. Los geht es mit dem Lupo Cup im April am Gardasee, die YES, die IDJM und die Landesjugendmeisterschaft gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie die Jugend-Europameisterschaft im Juli in Vilamoura. Wie stark das 420er Team ist zeigt, dass von den zwölf Kadersegler:innen fünf (Benedikt Knapp vom YCSS, Sven Gericke, Xaver Schwarz, Valentina Steinlein, Lea Adolph und Franziska Steinlein, alle vom BYC) auch zur Jugendnationalmannschaft des DSV gehören.
Michael Fellmann hat das Training der ILCA Seglerinnen und Segler übernommen. Dieses Team befindet sich noch im Aufbau und wird die Trainingskooperation mit dem Landesseglerverband Baden-Württemberg fortsetzen. Vorbild ist hier sicher einer der starken bayerischen Nachwuchssegler im ILCA, Julian Hoffmann vom SCAI, der im DSV Bundeskader trainiert ebenso wie auch der bayerische ILCA Star Philipp Buhl, der mittlerweile für den NRV startet. 
Nur mit einer solchen professionellen und attraktiven Jugend- und Kaderarbeit des bayerischen Seglerverbandes binden wir unsere Nachwuchssegler auch langfristig an unsere Vereine. Auch das ist ein Ziel des Bayerischen Seglerverbandes. Deshalb wollen sie die seglerischen Fähigkeiten der jungen bayerischen Segler:innen verbessern, genauso wie die mentalen Herausforderungen meistern, die taktischen und strategischen Kenntnisse vertiefen um all das dann auf dem Wasser anzuwenden. Aber ebenso wichtig sind auch die gemeinsamen Erlebnisse in den Teams, die den Teamspirit prägen und festigen. Gerade um die Höhen und Tiefen des Regattasegelns gemeinsam zu verarbeiten, ist dieser positive Teamspirit im Landeskader eine so wichtige Stütze. (BJH)

Die Segler am Ammersee, Chiemsee und Starnberger See leisten einen wichtigen Beitrag zum Vogel- und Naturschutz.

Von November bis Ende März werden auf der Grundlage einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Umweltministerium der Ammersee, der Chiemsee und der Starnberger See von Seglern nicht genutzt, um im Sinne des Vogel- und Naturschutzes einen Beitrag zu leisten. Diese Vereinbarung ist einer von vielen Bausteinen im Kontext mit dem Ramsar-Abkommen, welches 2021 sein 50-jähriges Jubiläum verzeichnen konnte. Die drei großen Voralpenseen sind drei von neun Ramsar-Gebieten in Bayern.
Ramsar-Abkommen
Ramsar ist der Name einer iranischen Stadt am Kaspischen Meer. Dort wurde am 2. Februar 1971 erstmals eine internationale Vereinbarung zum Schutz eines Typus von Lebensräumen geschlossen: „Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung“.  Es ist das erste globale Naturschutzabkommen, das sich nicht (nur) den Schutz einer einzelnen Art, sondern den Schutz eines bestimmten Lebensraum-Typus, eines bestimmten Ökosystems zum Ziel setzt. Damit wurde es zum Wegbereiter für das 1992 in Rio de Janeiro geschlossene "Übereinkommen zum Schutz der biologischen und genetischen Vielfalt", der "Biodiversität" unseres Planeten.
Quelle: Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.

Im Winterhalbjahr rasten Zugvögel auf den Gewässern, einige Arten überwintern auch – eine Störung z.B. durch Wasserfahrzeuge führt zu Auffliegen und Flucht und mindert die dringend benötigten Energiereserven der Tiere. 

Die freiwillige Vereinbarung besteht mittlerweile erfolgreich seit 25 Jahren, positive Effekte auf die Anzahl der betroffenen Vögel, aber auch auf die Artenvielfalt wurden erfreulicherweise durch den Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) beobachtet und bestätigt.
Die Gebietsbetreuerinnen und -betreuer kümmern sich jeweils um die großen Seenreviere.

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Die Ramsar-Gebietsbetreuer:innen: Dirk Alfermann vom Chiemsee (links), Jana Jokisch vom Ammersee (Mitte), Markus Meßner vom Ammersee (2. von rechts) und Andrea Gehrold vom Starnberger See (rechts). Foto: LBV

 

Sie kennen Ihre Gebiete und deren Besonderheiten ganz genau und können gerne kontaktiert werden. Ihre Gebiete - die großen, (meist) eisfreien Voralpenseen - sind für überwinternde Wasservögel lebenswichtige Rückzugsorte. Darum sind sie nicht nur als Ramsar-, sondern auch als europäische NATURA 2000-Vogelschutzgebiete ausgewiesen. Allein am Chiemsee, Starnberger See und Ammersee kommen insgesamt bis zu 70.000 überwinternde Zugvögel aus ganz Europa und Nordasien zusammen.
Der Starnberger See, der im Sommerhalbjahr zum Großteil (>90%) problemlos für Wassersportaktivitäten genutzt werden kann, beherbergt z. B. im Winter tausende Reiher- und Tafelenten. Sie sind v. a. auf flachere Seebereiche angewiesen, um nach Wasserpflanzen und Muscheln zu tauchen. Doch auch echte „Nordlichter“ wie die seltenen Pracht- und Sterntaucher profitieren von der Störungsarmut und können bei den großen Sichttiefen im Freiwasser nach Nahrung suchen.
Am Ammersee werden die Wasservögel bereits seit 1966 im Winterhalbjahr gezählt. Der See gehört damit zu den am längsten und lückenlosesten erfassten Gewässern seit Einführung der internationalen Wasservogelzählung. Sehr wichtige Ruhebereiche für die Vogelansammlungen am Ammersee sind die gesamte Südbucht sowie die Nord- und die Herrschinger Bucht. Hier finden die Vögel in den Flachwasserzonen Futter und Ruhe. Unter ihnen machen auch jedes Jahr bis zu 2.000 Kolbenenten Station, eine eher seltene Wasservogelart, die über die vergangenen Jahre aber immer weiter zugenommen hat.
Der Chiemsee ist der größte der bayerischen Voralpenseen, nicht ohne Grund wird er auch Bayerisches Meer genannt. Er hat ebenfalls eine herausragende Bedeutung als Brut, Rast- und Überwinterungsgebiet für die Vogelwelt und ist damit ein wahres „Drehkreuz des Vogelzuges“. So ist er beispielsweise für die Schellente eines der bedeutendsten Überwinterungsgebiete in Bayern. Jährlich überwintern hier über 1.000 Individuen der in Baumhöhlen brütenden Wasservogelart.

Diese einfachen Regeln unterstützen den Schutz der Natur, in der Seglerinnen und Segler ihren wunderbaren Outdoorsport betreiben:
  • Meiden Sie die mit Bojen markiert Naturschutzgebiete, Laichschonbezirke sowie Ruhezonen und halten Sie Abstand von Schilfgebieten und Kiesbänken (>100 m). Diese Bereiche sind die „Kinderstube“ unserer Gewässer.
  • -Beachten Sie die Winterruhe auf den Voralpenseen (Nov. - März) und halten Sie immer Abstand zu Vogelansammlungen (>300 m), um die störungsempfindlichen Zugvögel nicht aufzuschrecken. Wenn der erste Vogel flieht, fliegt oft der ganze Schwarm auf.
  • Informieren Sie sich vor Ihren Fahrten über die Befahrungsregeln auf Ihrer Route. Geben Sie Ihre Kenntnisse weiter und motivieren Sie durch eigenes vorbildliches Verhalten auch Jugendliche und andere Wassersportler, sich umweltbewusst zu verhalten.

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Wasservogelansammlung am Starnberger See (Foto: Gehrold)