Hofmann und Brockerhoff verteidigen 505er-Titel am Walchensee

12.06.2026

Zehn Wettfahrten, neun Punkte und der achte gemeinsame deutsche Meistertitel: Die Internationale Deutsche Meisterschaft der 505er-Klasse wird auf einem der besonderen bayerischen Segelreviere entschieden.

Zehn Wettfahrten, neun Siege, 22 Punkte Vorsprung: Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff verteidigen auf dem Walchensee ihren Titel bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er-Klasse. 31 Teams segeln von 4. bis 7. Juni auf dem bayerischen Thermikrevier um den Titel. Für das Team des Düsseldorfer Yacht-Clubs ist es bereits der achte gemeinsame deutsche Meistertitel. Nur ein fünfter Platz durchbricht die Serie – als Streichergebnis fällt er aus der Wertung.

Auf Platz zwei segeln Lutz Stengel und Frank Feller vom Rostocker Yachtclub. Stengel gewann 2018 gemeinsam mit Holger Jess den WM-Titel im 505er. Rang drei sichern sich Tim Böger vom Hamburger Segel-Club und sein Sohn Finn Böger vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Aus bayerischer Sicht liegt das stärkste Ergebnis direkt dahinter: Andreas Achterberg vom Bayerischen Yacht-Club segelt an der Vorschot von Stefan Köchlin vom Segelverein Schluchsee auf Platz vier und wird damit bester bayerischer Segler der Meisterschaft.

Der Walchensee gibt dieser IDM den passenden Rahmen: türkisfarbenes Wasser, bewaldete Hänge und stellenweise noch Schneereste auf den Gipfeln. Dazu kommen Bedingungen, die der schnellen Zweimann-Jolle entgegenkommen: vergleichsweise flaches Wasser, wenig Welle und genug Wind, um die Boote ins Gleiten zu bringen.

Allein am Freitag lässt die Wetterlage keine Wettfahrten zu. An den übrigen Tagen kommt die Meisterschaft auf zehn Rennen. Gesegelt wird bei Wind zwischen zwölf und 18 Knoten, in Böen werden bis zu 22 Knoten gemessen. Die Crews sind über weite Strecken im Trapez.

Wettfahrtleiter Wolli Seifert vom Segelclub Walchensee beschreibt die Bedingungen so: „Vom schwächeren bis zum stärkeren Wind belohnte der Walchensee die Segler wieder einmal mit einem schönen konstanten Wind, so dass die Teilnehmer fast kontinuierlich im Trapez sein konnten.“ Die Klasse liebe den Walchensee, weil es dort fast keine Welle gebe und die Boote gut ins Gleiten kämen.

Dass die Ergebnisliste an der Spitze so eindeutig aussieht, schmälert den sportlichen Anspruch nicht. Felix Brockerhoff ordnet die Serie selbst ein: „Die Konkurrenz in der Klasse ist größer, als es die Ergebnisse vermuten lassen. Schon ein kleiner Fehler kann entscheidend sein. Wenn die Fock nur einen Zentimeter zu hoch eingestellt ist, versucht man über mehrere Kreuzschläge herauszufinden, woran es liegt, und kann nicht mehr hundertprozentig segeln. Das merken die Konkurrenten sofort – und schon reicht es vielleicht nur noch für Platz fünf.“

Auch das Revier bleibt den Siegern in Erinnerung. „Der Walchensee ist für mich der schönste See Deutschlands“, sagt Brockerhoff. „Wir sind schon an vielen Orten weltweit gesegelt, und die Region hier ist schon ganz oben dabei. Erstaunlich, wie wenig Sonne man braucht damit sich die Thermik auf dem See aufbaut. Segeln bei flachem Wasser und mit 15 Knoten über den See zu heizen – das ist einfach unschlagbar.“

Am Samstag zeigt sich, dass die Bedingungen nicht nur schnell, sondern auch fordernd sind. Bei stärkerem Wind kentern sechs Boote. Die Wasserwacht ist auf dem Wasser, muss aber nicht retten, sondern begleitet das Feld sicherheitshalber.

Neben Achterbergs viertem Platz gibt es weitere Ergebnisse mit besonderem Bezug zur Meisterschaft. Bestes Mixed-Team werden Inga-Marie Hofmann und Christoph Swade vom Düsseldorfer Yacht-Club. Sie gewinnen zugleich den Robert-Rothe-Gedächtnispreis. Das beste Boot des gastgebenden Segelclub Walchensee landet ebenfalls in den Top Ten: Hendrik Schultz und Thorsten Koch schließen die IDM auf Rang neun ab.

Auch an Land bekommt die Meisterschaft einen besonderen Akzent. Am Freitagabend geht es für die Teilnehmenden mit einer Sonderfahrt auf den Herzogstand – Abendessen auf 1731 Metern inklusive. Für eine IDM am bayerischen Alpenrand ist das mehr als ein Rahmenprogramm: Es gehört zu den Bildern dieses Wochenendes.

Nach der IDM wartet für viele deutsche 505er-Teams bereits der nächste internationale Vergleich. In rund drei Wochen steht die Weltmeisterschaft auf Hayling Island an der Südküste Großbritanniens an. Bislang haben 16 deutsche Teams gemeldet. Neben den amtierenden deutschen Meistern Hofmann/Brockerhoff sowie Tim und Finn Böger wollen auch die Deutschen Meister von 2023, Micki Daisenberger vom Deutschen Touring Yacht-Club und Johannes Tellen vom Münchner Yacht-Club, dort starten.

Für den Segelclub Walchensee ist die IDM auch ein starkes Wochenende am eigenen Revier. Die Organisation und Wettfahrtleitung liegen bei den freiwilligen Helferinnen und Helfern des Vereins. Neben den Wettfahrten gehört auch das Rahmenprogramm zu den Tagen am See: Am Freitagabend geht es für die Teilnehmenden mit einer Sonderfahrt auf den Herzogstand – Abendessen auf 1731 Metern inklusive.

Für die deutschen 505er-Teams geht der Blick nach der IDM weiter zur Weltmeisterschaft auf Hayling Island an der Südküste Großbritanniens. Bislang haben 16 deutsche Teams gemeldet. Neben den amtierenden deutschen Meistern Hofmann/Brockerhoff sowie Tim und Finn Böger wollen auch die Deutschen Meister von 2023, Micki Daisenberger vom Deutschen Touring Yacht-Club und Johannes Tellen vom Münchner Yacht-Club, dort starten.

Fotos: ©Wolli Seifert, Yogi Haekel, Benjamin Gromann & Manfred Zeisler

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