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Der Bayerische Segelverband bezieht in der deutschen Olympiabewerbung klar Position: Die olympischen Segelwettbewerbe sollen aus Sicht des BSV in Kiel-Schilksee ausgetragen werden. In einem Positionspapier an die Projektgruppe Olympiabewerbung München spricht sich der Verband ausdrücklich für den Standort an der Kieler Förde aus.
Der BSV unterstützt das Ziel, Olympische und Paralympische Spiele in München auszurichten. Für den Segelsport sei jedoch die Frage des Austragungsortes von besonderer Bedeutung. Kiel-Schilksee vereine aus Sicht des Verbands bewährte Infrastruktur, olympische Tradition, internationale Erfahrung und ein Revier, das den Anforderungen olympischer Segelwettbewerbe entspricht.
Das Olympiazentrum Schilksee wurde für die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele 1972 errichtet und zählt bis heute zu den bedeutenden Segelzentren Europas. Der Deutsche Segler-Verband betreibt dort seinen Bundesstützpunkt. Bereits 1936 und 1972 fanden olympische Segelwettbewerbe in Kiel statt. Für den BSV ist diese Kontinuität ein starkes Argument: Sie stehe für gewachsene Kompetenz, vorhandene Infrastruktur und internationale Erfahrung.
Eine zentrale Rolle spielt in der Positionierung auch der Nachwuchsleistungssport. Am 22. Mai 2026 unterzeichnete der BSV gemeinsam mit den Landessegelverbänden Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in Kiel den Falkensteiner Vertrag. Damit wurde der Nachwuchsleistungssportstützpunkt Segeln in Kiel-Schilksee ins Leben gerufen. Der Standort soll künftig Nachwuchskader der Stufen NK 1 und NK 2 zusammenführen und ihnen verlässliche Trainingsbedingungen auf hohem Niveau bieten.
Getragen wird die Initiative zusätzlich von fünf leistungssportorientierten Vereinen: dem Bayerischen Yacht-Club, dem Blankeneser Segel-Club, dem Kieler Yacht-Club, dem Mühlenberger Segel-Club und dem Norddeutschen Regatta Verein. Für den BSV ist die Beteiligung ein weiterer Schritt, um bayerischen Nachwuchsseglerinnen und Nachwuchsseglern bessere Trainings- und Entwicklungsbedingungen zu ermöglichen.
Im Positionspapier verweist der Verband außerdem auf die geplante Weiterentwicklung der Infrastruktur in Kiel-Schilksee. Neben sportlichen Trainingsanlagen sind Unterbringungs- und Verpflegungsmöglichkeiten, Athletik- und Trainingsbereiche, Lager- und Werkstattflächen sowie ein Sharing-Modell für Begleitboote und Trainerressourcen vorgesehen. Ein Baustein ist die Kooperation mit dem Verein Kieler Jugenderholung: Trainingsgruppen sollen künftig im sanierten ehemaligen Olympischen Jugenddorf von 1972 am Falckensteiner Strand untergebracht werden können.
Der BSV sieht darin keine abstrakten Planungen, sondern konkrete, vertraglich vereinbarte Maßnahmen. Kiel investiere bereits heute in Strukturen, die auch für Olympische Spiele 2040 oder 2044 relevant wären.
Zugleich bewertet der Verband Kiel-Schilksee als kompatibel mit dem Münchner Olympiakonzept. Der Münchner Stadtrat hatte am 20. Mai 2026 das vertiefte Olympiabewerbungskonzept verabschiedet. Das DOSB-Konzept sieht für die Segelwettbewerbe einen Standort außerhalb des Münchner Kerngebiets vor. Aus Sicht des BSV erfüllt Kiel-Schilksee die fachlichen, infrastrukturellen und logistischen Anforderungen dafür in besonderer Weise.
„Der Bayerische Segelverband spricht sich klar für Kiel-Schilksee als Segelstandort einer deutschen Olympiabewerbung aus“, heißt es im Positionspapier. Die bestehende olympische Infrastruktur, das Bundessportzentrum des DSV, die Revierqualität und die vertraglich verankerte Nachwuchsstruktur machten Kiel aus Verbandssicht zum fachlich überzeugenden Standort für olympische Segelwettbewerbe.
Der BSV bittet die Projektgruppe Olympiabewerbung München, diese Position in der weiteren Konzeptentwicklung zu berücksichtigen und Kiel-Schilksee im finalen Konzept für die DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 in Baden-Baden entsprechend zu verankern.
