München und Kiel machen bei der deutschen Olympiabewerbung gemeinsame Sache. Wie schon 1972 sollen bei einer erfolgreichen Bewerbung Münchens die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe in Kiel stattfinden. Für den Bayerischen Seglerverband ist die Entscheidung ein starkes Signal – und das Ergebnis einer Entwicklung, für die sich der BSV gemeinsam mit weiteren Landesseglerverbänden frühzeitig eingesetzt hat.
Die Landeshauptstadt München hat sich entschieden: Sollte München deutscher Bewerber für Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 werden, soll Kiel Partner für die Segelwettbewerbe sein. Damit könnte eine olympische Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden. Bereits 1972 fanden die Olympischen Spiele in München statt, während die Seglerinnen und Segler in Kiel um die Medaillen kämpften. Die damals geschaffene Infrastruktur in Kiel-Schilksee wird bis heute intensiv für den Segelsport genutzt.
Der Entscheidung vorausgegangen war eine gemeinsame Initiative aus dem Segelsport. Am 18. September hatten sich Vertreter der Landesseglerverbände Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Bayern im Schleswig-Holsteinischen Landtag in Kiel gemeinsam für Kiel als zukünftigen olympischen Segelstandort ausgesprochen. Mit Nordrhein-Westfalen und Bayern waren dabei auch die beiden größten Landesseglerverbände im Deutschen Segler-Verband durch ihre Präsidenten vor Ort vertreten. Für den Bayerischen Segelverband standen dabei von Beginn an die sportfachlichen Argumente im Mittelpunkt: Kiel bietet ein anspruchsvolles und variables Segelrevier, kurze Wege zu den Regattabahnen, eine international erprobte Infrastruktur sowie jahrzehntelange Erfahrung bei der Durchführung großer Regatten.

BSV-Präsident Bernd Hassenjuergen machte bei der Pressekonferenz deutlich: „Kiel ist der richtige Standort. Kiel kann Segelsport. München und Kiel haben 1972 gemeinsam gezeigt, was olympische Infrastruktur bedeutet. Es gibt nur wenige Olympia-Standorte, wo so viel nach mehr als 50 Jahren immer noch genutzt wird.“
Auch Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz unterstrich bei der Veranstaltung die Ambitionen der Stadt: „Kiel möchte nicht nur Olympia, Kiel kann Olympia.“ Nur wenige Tage nach dem gemeinsamen Auftritt der Segelverbände folgte die Entscheidung aus München: Die bayerische Landeshauptstadt setzt im weiteren Bewerbungsverfahren auf Kiel. Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder bezeichnete München und Kiel als „perfektes Match“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther verwies ebenfalls auf die gemeinsame olympische Geschichte beider Städte und die große Erfahrung Kiels mit internationalen Segelsportveranstaltungen. Auch die Bevölkerung beider Städte hat sich deutlich positioniert: In München stimmten 66,4 Prozent für eine Olympiabewerbung, in Kiel votierten 63,9 Prozent für eine Bewerbung als Segelstandort.
Die Verbindung zwischen Bayern und Kiel besteht aber nicht erst seit der aktuellen Olympiabewerbung. Der Bayerische Seglerverband arbeitet bereits heute mit anderen Landesseglerverbänden in Kiel-Schilksee zusammen. Genau darin liegt aus Sicht des BSV eine große Chance: Eine Entscheidung für Kiel würde nicht nur optimale Bedingungen für mögliche Olympische Spiele schaffen, sondern zugleich bestehende und langfristig nutzbare Strukturen des deutschen Segelsports stärken.
München und Kiel haben 1972 gemeinsam olympische Geschichte geschrieben. Mehr als fünf Jahrzehnte später bietet sich die Chance, diese Verbindung unter neuen Vorzeichen fortzuführen – mit bestehenden Sportstätten, nachhaltiger Infrastruktur und einem Segelrevier von internationalem Rang.
Der Bayerische Segelverband begrüßt deshalb die Entscheidung Münchens für Kiel ausdrücklich. München sagt Ja zu Kiel – und der bayerische Segelsport sagt: eine gute Entscheidung für den Segelsport.
Am 26. September 2026 entscheidet die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Baden-Baden, mit welcher Stadt oder Region Deutschland in das weitere internationale Bewerbungsverfahren um Olympische und Paralympische Spiele gehen wird.
