
Nach 14 Jahren ist die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft der 29er zurück am Chiemsee. 41 Teams aus ganz Deutschland kamen vom 16. bis 20. September zum Seebrucker Regatta Verein. Bei schwierigen Leichtwindbedingungen wurden sieben Wettfahrten gesegelt.
Den Titel sicherten sich Olha Lubianska und Liv Martin vom Württembergischen Yacht-Club. Mit 26 Punkten gewannen sie sowohl die Gesamtwertung der IDJM als auch die U17-Wertung. Neun Punkte dahinter folgten Leo Hespe vom Chiemsee Yacht-Club und Sydney-Kanoa Kampa vom Bernauer Segel-Club auf Rang zwei. Bronze ging an Lukas Wagner und Valentin Ziegler vom Deutschen Touring Yacht-Club.
Damit standen gleich zwei bayerische Teams auf dem Podium der Deutschen Jugendmeisterschaft.

Geduld gehörte am Chiemsee in diesem Jahr zur Regattataktik. Bereits am ersten Wettfahrttag verhinderten instabile Windbedingungen trotz mehrerer Versuche einen Start. Um die Morgenthermik zu nutzen, schickte die Wettfahrtleitung die Teams an den folgenden Tagen teilweise bereits um 7.30 Uhr aufs Wasser.
Am Freitag zahlte sich der frühe Start aus: Zwei Wettfahrten konnten am Morgen gesegelt werden, eine weitere folgte später am Tag. Eine vierte Wettfahrt musste wegen nachlassenden Windes abgebrochen werden. Am Samstag blieb auch die erhoffte Morgenthermik aus.
Erst am Sonntag kam wieder Bewegung ins Feld. Bei zunächst leichtem, im Verlauf des Vormittags zunehmendem Wind zwischen etwa fünf und neun Knoten gelangen vier weitere Wettfahrten.
Lubianska/Martin waren als Führende in den Finaltag gegangen. Mit den Plätzen 14 und neun wurde es zunächst noch einmal enger, bevor sie mit einem dritten und einem zweiten Platz in den beiden letzten Rennen den Titel sicherten.
In der U17-Wertung gewannen Lubianska/Martin ebenfalls. Rang drei ging hier an Johan Müller vom Kieler Yacht-Club/Norddeutschen Regatta Verein und Julia von Geyr vom Kieler Yacht-Club/Wassersport-Club Gifhorn.
Für den Seebrucker Regatta Verein war es die zweite 29er-IDJM nach 2012. Damalige Teilnehmer waren in diesem Jahr teilweise bereits als Trainer zurück am Chiemsee.
Die Ausrichtung einer Deutschen Jugendmeisterschaft bedeutete für den vergleichsweise kleinen Verein einen erheblichen ehrenamtlichen Einsatz. Wettfahrtleiter Max Ewald sagte: „Wir haben weder ein Casino noch fest angestellte Mitarbeiter, sondern stemmen alles ehrenamtlich – dies jedoch mit viel Leidenschaft und Engagement für den Sport und alle Teilnehmer.“
Auch sportlich war die Rückkehr der 29er-Klasse an den Chiemsee etwas Besonderes. Einige Teams aus Norddeutschland waren bereits vor Beginn der Meisterschaft zum Training angereist, um sich mit den Bedingungen auf dem bayerischen Revier vertraut zu machen.
Nach sieben Wettfahrten, vielen Stunden des Wartens auf den richtigen Wind und einem spannenden Finaltag stand schließlich fest: Der Titel ging nach Baden-Württemberg – Silber und Bronze blieben in Bayern.
Fotos: © Max Ewald

