
Theresa Löffler und Christopher Hoerr sind Vizeweltmeister im 470er Mixed. Die 26 Jahre alte Steuerfrau vom Deutschen Touring Yacht-Club und ihr zwei Jahre älterer Vorschoter vom Segelclub Breitbrunn-Chiemsee holten bei der Weltmeisterschaft im japanischen Enoshima Silber – die erste WM-Medaille ihrer Karriere.
Als Vierte waren Löffler/Hoerr in die beiden Medal Races der besten zehn Teams gegangen. Die Ausgangslage war eng, die Bedingungen blieben es ebenfalls: leichte, stark drehende und böige Winde hatten die gesamte WM-Woche geprägt.
Im ersten Medal Race segelten die beiden auf Rang vier. Im zweiten wurde es noch einmal schwieriger. Direkt am Start kassierte das deutsche Duo eine Strafe und musste einen Penalty Turn drehen. Während die Boote vor ihnen nach rechts zogen, entschieden sich Löffler/Hoerr für die linke Seite des Kurses und die Aufholjagd begann.
Bis zur Luvtonne hatten sie sich wieder herangearbeitet, in der zweiten Runde lagen sie bereits auf Rang zwei. Gleichzeitig fielen die spanischen Titelverteidiger Jordi Xammar und Marta Cardona auf Platz neun zurück, die Japaner Tetsuya Isozaki und Yurie Seki lagen auf Rang zehn.
Auf dem letzten Vorwindkurs wurde klar, dass Silber möglich war.
„Wir haben bis zur letzten Sekunde an uns geglaubt. Aber als Vierte ins Medal Race zu gehen und jetzt Silber zu haben, ist schon ziemlich gut“, sagte Theresa Löffler nach dem Rennen.
Christopher Hoerr beschrieb die Situation nach der Startstrafe: Nachdem die anderen Boote nach rechts gezogen waren, hätten sie links ihre Chance gesucht. An der Luvtonne waren sie wieder im Rennen. „Wir wussten, dass alles möglich war, aber eine ganze Weile haben wir selbst nicht wirklich daran geglaubt.“
Mit Platz zwei im letzten Rennen machten Löffler/Hoerr den Sprung aufs Podium perfekt. 57 Punkte standen am Ende für das deutsche Duo zu Buche. Punktgleich landeten Xammar/Cardona auf Bronze. Weltmeister wurden die Briten Martin Wrigley und Bettine Harris mit 43 Punkten.
Dabei war schon der Einzug in die Medal Series ein Schritt, der Löffler/Hoerr zuvor bei einer WM noch nicht gelungen war. Im vergangenen Jahr hatten sie die Top Ten um einen Punkt verpasst. In Enoshima qualifizierten sie sich diesmal nicht nur für das Finale, sondern gingen mit Medaillenchancen hinein.
Schon vor den beiden Schlussrennen hatten sie sich innerhalb der Woche nach vorn gearbeitet. Ein Sieg im letzten Rennen der Hauptrunde brachte sie auf Platz vier vor dem Finale.
Die schwierigen Bedingungen verlangten während der gesamten WM Geduld. Ein Taifun, der in der Vorwoche nördlich von Tokio gewütet hatte, hatte schwer berechenbare Windverhältnisse hinterlassen. „Es dreht hier sehr. Es ist stark böig. In der Regel kann man nur sehr schwer vorhersehen, was als Nächstes passiert“, hatte Löffler während der Woche beschrieben.
Ihr Rezept formulierte sie ebenso knapp: „Möglichst ruhig bleiben, auf Chancen warten und die dann nutzen.“ In Enoshima funktionierte genau das bis ins letzte Rennen.
Für Löffler und Hoerr, die seit 2019 gemeinsam im 470er sitzen, ist Silber der bislang größte Erfolg ihrer Karriere. „Wir alle wissen, dass bei Olympia in zwei Jahren die Medaillen zählen. Deswegen ist es eine gute Bestätigung auf unserem Weg“, sagte Löffler.
Zurück im Hafen wartete die gesamte deutsche 470er-Gruppe auf die neuen Vizeweltmeister. „Es hat uns sehr berührt, wie sich alle für uns mitgefreut haben“, sagte Löffler.






