EM Kiterace-Team-Relay: Deutsche Teams überzeugen vor beeindruckender Kulisse

Jannis Maus und Alina Kornelli

Insgesamt 19 Teams nahmen an der ersten mehrtägigen offenen Europameisterschaft im Kiterace-Team-Relay am österreichischen Traunsee teil und zeigten der Welt, wie spannend und schnell ein olympischer Segelwettkampf sein kann. Die für 2024 in den olympischen Spielen aufgenommene Sportart Kiterace-Team-Relay feierte ihr Debut vor der erstaunlichen Kulisse des 1691m hohen Traunsteins und beeindruckte sowohl außenstehende Zuschauer als auch Wettkampfleiter, Trainer und Teilnehmer.

Bei diesem neuartigen Format, dem Team-Relay, handelt es sich um eine Art Staffellauf, bei der nacheinander beide Partner aus einem Team einen Rundkurs absolvieren und so eine gemeinsame Wertung erzielen. Das aus Mann und Frau bestehende Team schickt somit zuerst Teampartner A ins Rennen, welcher in einem Gruppenstart einen Kurs umrunden muss und anschließend an der Wechsellinie an den Teampartner B übergibt. Gejagt von den anderen Teilnehmern muss dieser Partner nun die Position halten oder im besten Falle verbessern, um so den Sieg für das Rennen nach Hause zu holen.

EM Kiterace-Team-Relay - Foto: IKA / Alex Schwarz
EM Kiterace-Team-Relay - Foto: IKA / Alex Schwarz

Den Startschuss gab vorerst noch ein starkes Gewitter, welches sich im Laufe des ersten Wettkampftages langsam verflüchtigte, und die Teams in ihre ersten Rennen entließ. Doch auch wenn sich das Unwetter zurückgezogen hatte, so war doch die Spannung auf dem Rennkurs zum Greifen nahe. Da viele der Teams noch nie zuvor gemeinsam in einem Wettkampf aufgetreten sind, waren durch den gesamten Wettkampf ständige Führungswechsel an der Tagesordnung. Bei Geschwindigkeiten von über 70 km/h, welche die Kiter auf ihren sogenannten Hydrofoils erreichen zeigten vor allem das Britische Team mit Connor Bainbridge und Ellie Aldridge sowie das deutsche Team von Florian Gruber und Leonie Meyer eine durchweg souveräne und konstante Leistung, was letztenendes auch "Matchwinning" für das Britische Team war.

Meyer und Gruber dominierten vom ersten Tag an und fanden sich bis zum Ende ganz oben in der Rangliste wieder. Vor allem durch Meyers starke Kreuz und eine beeindruckende Matchracing-performance von Gruber musste sich das Team lediglich in der Finalserie den Briten geschlagen geben. "Vor allem der Zusammenhalt im gesamten deutschen Team war für mich von großer Bedeutung! Die mentale Unterstützung ist so unglaublich wichtig bei Wettkämpfen mit einem so hohen Leistungsniveau", so Meyer. Aber auch Grubers langjährige Erfahrung auf bayrischen Seen half, am Ende die Silbermedaille zu erreichen. "Ich trainiere fast ausschließlich auf den Seen rund um Garmisch Patenkirchen und konnte dadurch viel Erfahrung einbringen".

EM Kiterace-Team-Relay - Foto: IKA / Alex Schwarz
EM Kiterace-Team-Relay:
Aufgrund der Covid-Beschränkungen waren nur die absoluten Top-Mannschaften angereist... - Foto: IKA / Alex Schwarz

Das zweite deutsche Team bildeten Jannis Maus und Alina Kornelli. Ihren starken Start in den Wettkampf konnten die beiden bis zum Ende halten und erkämpften sich im Halbfinale einen beeindruckenden 7. Platz. "Mit der Platzierung und unserer Performance auf diesem Wettkampf bin ich mehr als zufrieden", so Maus. "Wir konnten sehr viele Fahrer, die auf der Individual EM in Polen noch vor uns platziert waren, hinter uns lassen und steigerten uns als Team von Rennen zu Rennen. Da aufgrund der Covid-Beschränkungen nur die absoluten Top-Mannschaften angereist waren hatten wir erhofft, mit Mühe und Not in die Top 10 zu fahren."

Beide deutschen Paare traten bei diesem Wettkampf das erste Mal als gemeinsames Team an und hatten somit vor dem Wettkampf nur wenig Zeit gemeinsam zu trainieren, haben es aber dennoch fertig gebracht, eine eingeschweißte Mannschaft zu bilden und eine beeindruckende Leistung abzuliefern. Nicht zuletzt durch den neuseeländischen Coach Phil Robertson, der schon auf der Individual EM-als trainer fungierte. "Das Format ist unglaublich spannend und ermöglicht dem Zuschauer in die actiongeladene Welt des Kiteracing einzutauchen.", so Robertson. Vor allem der große Anteil an Nachwuchsfahrern sei sehr vielversprechend und werde den Kampf um die Olympische Goldmedaille 2024 in Marseille auf ein nie da gewesenes Level katapultieren.

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Text: Alina Kornelli, Fotos: IKA / Alex Schwarz