Fünf Regatten auf mehreren Revieren statt eines einzigen Meisterschaftswochenendes: Die Conger-Klasse hat ihre Bayerische Meisterschaft 2026 neu aufgestellt. Mindestens drei Starts waren Pflicht. Beim Finale am Brückelsee holten Manfred Kraus und Martin Berens den Titel.

Über mehr als ein Wochenende gut: die neuen Bayerischen Meister der Conger-Klasse: Manfred Kraus und Martin Berens. (Mitte) Stefanie Hösl und Sarah Hein holten den Vizetitel, Sigrid Wagenpfeil und Edwin Dittrich belegten Rang drei.
Bayerischer Meister wird man in der Regel an einem Wochenende oder vielleicht einem verlängerten mit Freitag dazu. Die Conger machten es 2026 ganz anders: Erstmals wurde der Titel über fünf Regatten auf mehreren bayerischen Revieren ausgesegelt. Wer in die Meisterschaftswertung kommen wollte, musste mindestens drei der fünf Akte bestreiten.
Die Idee dazu hatte Manfred Kraus, Obmann der Conger-Klasse für Deutschland Süd. Hintergrund war eine Beobachtung innerhalb der Klassenvereinigung: Viele Conger-Segler sind stark an ihr Heimatrevier gebunden und verlassen ihren See für Regatten nur selten.
Genau dort setzte das neue Format an. Statt die Landesmeisterschaft an nur einen Austragungsort zu vergeben, verband die Klasse fünf bestehende Regatten zu einer Serie. Sie begann im Mai mit der Vatertagsregatta und der Frühlingsregatta am Rothsee, führte über den Hetscher Cup am Altmühlsee und den Bayerwaldpokal am Neubäuer See bis zum fünften und letzten Akt am Brückelsee.
Die Vorgabe von mindestens drei Teilnahmen sollte die Crews dazu bringen, auch auf anderen Revieren anzutreten. Der Versuch ging auf: Die Conger-Segler kamen tatsächlich auf andere Reviere und Kraus zieht nach der Premiere entsprechend eine sehr positive Bilanz.
Bis es so weit war, musste die neue Form der Landesmeisterschaft allerdings zunächst eher aufwändig genehmigt werden. Umso mehr freute sich die Klassenvereinigung, dass Christine Schlockermann, Vizepräsidentin des Bayerischen Segelverbandes, zum Finale bei der Regensburger Segelsportgemeinschaft an den Brückelsee kam und dort die Meisterurkunden übergab. Und nicht nur das: auch der Verein selbst erhielt als Austragender des Finales eine Ehrung, über die man sich sehr freute.
Sportlich verlangte der letzte Akt vor allem Geduld. Viele Crews waren bereits am Freitag angereist. Nach einem Fischessen wurde am Abend die neu gebaute Conger-Bar eröffnet.
Am Samstag ließ der Wind kaum Regattabetrieb zu. Nur eine Wettfahrt konnte angesichts der Windverhältnisse gesegelt werden. Nach Schweinebraten mit Knödeln und Krautsalat trafen sich die Segler am Abend wieder an der Conger-Bar.
Der Sonntag begann mit Weißwurstfrühstück und zunächst wieder: mit Warten. Gegen 11 Uhr ging es aber doch aufs Wasser. Zwei weitere Wettfahrten kamen noch zustande, damit standen nach insgesamt drei Rennen des Finalwochenendes auch die Entscheidungen fest.
Bayerische Meister wurden Manfred Kraus und Martin Berens. Stefanie Hösl und Sarah Hein holten den Vizetitel, Sigrid Wagenpfeil und Edwin Dittrich belegten Rang drei.
Christine Schlockermann übergab anschließend die Urkunden an die drei bestplatzierten Mannschaften – am Ende einer Bayerischen Meisterschaft, die 2026 erstmals nicht auf einen See beschränkt blieb.







