
90 Jahre liegen zwischen der „Elfe II“ und der „Fleur de Lys“ – bei der 8mR-Weltmeisterschaft vor Bregenz segelten beide ganz nach vorn. Veit Hemmeter gewann mit der 2002 gebauten „Fleur de Lys“ fünf von sechs Wettfahrten und holte den WM-Titel der imposanten 8mR Rennyachten. Andreas Lochbrunner setzte sich mit der 1912 gebauten „Elfe II“ in der First-Rule-Wertung durch. Zwei Siege, ein Club: der Lindauer Segler-Club.

19 Yachten aus sieben Nationen waren auf dem Bodensee am Start. Und sobald gesegelt werden konnte, war die „Fleur de Lys“ da. Fünf erste Plätze und ein zweiter Rang machten Hemmeter und seine Crew zu den klaren Siegern der WM. Hinter ihnen belegte die „Starling Burgess“ mit Eckhard Kaller Rang zwei, Dritte wurde die italienische „Bona“.
Der zweite Lindauer Sieg führte weit zurück in die Geschichte der Klasse. Andreas Lochbrunner gewann mit der „Elfe II“ den First Rule Cup. Die bei Abeking & Rasmussen gebaute Yacht segelt mit einem Spreizgaffelrigg und gehört zu den ältesten erhaltenen 8mR-Yachten. Auf Rang zwei folgte mit der „Bayern II“ eine weitere Yacht des Lindauer Segler-Clubs.
Auch in der Neptune-Wertung mischten bayerische Yachten vorne mit. Die „Severn“ mit Sven Schulz am Ruder belegte Rang zwei. Direkt dahinter folgte die 1938 gebaute „Anne Sophie“ vom Bayerischen Yacht-Club auf Platz drei. Den Sieg holte die italienische „Bona“.
Damit standen bayerische Yachten in allen drei Wertungen auf dem Podium: die „Fleur de Lys“ in Modern, „Elfe II“ und „Bayern II“ in First Rule sowie „Severn“ und „Anne Sophie“ in Neptune.
Nur der Wind machte es den Crews schwer. Am Montag und Dienstag wartete die Flotte stundenlang auf dem Wasser, ohne dass eine Wettfahrt beendet werden konnte. Mehrere Versuche mussten abgebrochen werden. Erst am Mittwoch kamen drei Rennen in die Wertung. Drei weitere folgten am Donnerstag, der ursprünglich als Layday vorgesehen war.
Am Freitag und Samstag blieb der Bodensee wieder nahezu windstill. Von neun ausgeschriebenen Wettfahrten konnten sechs gesegelt werden. Für die „Fleur de Lys“ reichten diese sechs Rennen zu fünf Siegen – und für den Lindauer Segler-Club zu einer WM, die 90 Jahre Yachtgeschichte an der Spitze vereinte.




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