„Näher ran an die Vereine“ – das Konzept überzeugt

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 BSV-Mitgliederversammlung 2019

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Bayerischen Seglerverbands (BSV) am 15. März 2019 stand ganz unter dem Motto der Neuausrichtung, die sich der seit 2018 amtierende neue Vorstand um Dietmar Reeh, Siegfried Merk und Timo Haß verordnet hat. In der kommenden Saison plant der Verband weitere Schritte umzusetzen. So stehen mehr Unterstützung für die Vereine, ein neues Trainingskonzept, neu konzipierte Veranstaltungen und eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit auf der To-do-Liste.


Auf dem Weg zum Service-Verband

Im Zentrum der Neuausrichtung des Bayerischen Seglerverbands bleibe, so der Vorsitzende Dietmar Reeh, die Orientierung an vier Grundwerten, die sich der Vorstand als Leitmotiv gegeben hat: Breitensport, Gemeinnützigkeit, Jugend und Umwelt-/Naturschutz. Sie soll erreicht werden durch eine neue, schlanke Organisationsstruktur mit kurzen Dienstwegen, die sich auf ein erfahrenes Expertenteam aus Beiräten, Obleuten und Reviervertretern stützt.

Ziel des Bayerischen Seglerverbands ist es, sich stärker zu einem Service-Verband zu entwickeln. Unter dem Motto „näher ran an die Vereine“ fanden im Jahr 2018 insgesamt elf Gesprächsrunden mit Vereinen, Reviervertretern, Jugendvertretern und Trainern in allen Revieren statt. Sie dienten dazu, die Erwartungen der Vereine an den Verband und den Unterstützungsbedarf kennenzulernen. „Diese Gespräche sind nicht zu Ende“, betonte der stellvertretende Vorsitzende Siegfried Merk, „wir werden den 2018 begonnenen Dialog in den nächsten Jahren kontinuierlich fortsetzen.“

Die aus den Gesprächen abgeleiteten Lösungsansätze sollen die Beratung und Unterstützung der Vereine durch den Bayerischen Seglerverband verbessern, den Breitensport und die Hinführung zum Leistungssport unterstützen, und das Segeln mit Umwelt- und Naturschutz vereinen. Außerdem sollen Popularität und Akzeptanz des Segelsports durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit weiter verbessert werden. „Von den Anregungen, die wir erhalten haben, sind 80 Prozent bereits mindestens angedacht. Bei vielen Punkten haben wir bereits konkrete Lösungsansätze“, sagte Vorsitzender Dietmar Reeh.

Regionales Stützpunktkonzept

Ein Beispiel für solche Lösungsansätze ist das vom „Sportminister“ des Verbands Timo Haß vorgestellte Stützpunktkonzept zur Stärkung des Trainings vor Ort. „80 bis 100 Trainingstage im Jahr müssen sein, wenn ein Segler sich ernsthaft entwickeln will“, sagte Haß. „davon soll künftig ein guter Teil in der heimischen Region stattfinden.“ Geplant seien mindestens ein bis zwei regionale Trainings unter der Woche, sowie zwei bis drei an Wochenenden für jeden Stützpunkt, außerdem eine professionelle Betreuung bei großen Regatten.

Kritik am neuen Kader-Beitrag verteidigte Haß damit, dass das Gesamtkonzept insgesamt eine finanzielle Entlastung der Leistungssegler garantiere, wobei vor allem diejenigen Leistungssegler belohnt würden, die konsequent alle Trainingsangebote wahrnehmen. Zudem konnte Haß noch aktuelle Neuigkeiten verkünden: Ein neuer Landestrainer, der voraussichtlich ab Mitte April seine Tätigkeit aufnehmen werde, sowie eine gute Lösung für das Optimisten-Training seien gefunden.

Engagement für den Umwelt- und Naturschutz

Das Engagement des Bayerischen Seglerverbands für den Umwelt- und Naturschutz wurde von den anwesenden Vereinsvertretern sehr positiv aufgenommen. Viele der Anwesenden sprachen sich für mehr aktiven Umweltschutz in den Vereinen aus, insbesondere bei der Müllvermeidung. Hier und zum Thema Vogelschutz seien mehr Informationen hilfreich, eventuell auch eine Broschüre des Verbands sinnvoll. Probleme sahen einige anwesende Vereinsvertreter insbesondere beim Thema Gewässerentwicklung. Hier tendierten einige Behörden dazu, Leitbild mit Entwicklungsziel gleichzusetzen und dadurch die Nutzung der Uferzonen deutlich einschränken zu wollen.

Planung für 2019

Die Bilanz für 2018 weist einen Überschuss aus. Dagegen weist die Planung für 2019 eine Unterdeckung aus, die jedoch aus den Rücklagen gedeckt ist. Viele Einmaleffekte sind hier zur berücksichtigen, so der Vorstand. Insbesondere entstünden durch die Einstellung des neuen Landestrainers in Verbindung mit bereits bestehenden Verpflichtungen für vereinbarte Trainings einmalige Mehrausgaben.

Die neu konzipierten Veranstaltungen des Bayerischen Seglerverbands mit in das Jahr 2019 vorgezogener Meisterehrung erfordern zudem, dass im Jahr 2019 zwei Meisterehrungen finanziert werden. Weitere Mehrkosten entstehen durch die Budgetierung der Informationsgespräche im Rahmen des Programms „näher an die Vereine“ sowie durch eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit.

Die Mitgliederversammlung war gut besucht; die Präsenz lag bei insgesamt 26,6% der Mitgliedsvereine. Die Mitgliedsvereine entlasteten den Vorstand einstimmig. Die Budgetplanung für 2019 wurde mit 13 Enthaltungen bei 345 anwesenden Stimmen angenommen.

 

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Die Beiräte des Bayerischen Seglerverbandes, von links: Jürgen Jentsch, Bert Eberl, Micky Liebl, Rochus Ponn, Torsten Fricke

 

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Vorstand des Bayerischen Seglerverbandes e.V., von links: Siegfried Merk, Dietmar Reeh, Timo Haß