„Lasst im Winter die Vögel in Ruhe“

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Beim Wassersportgespräch des Bayerischen Seglerverbandes e.V. werden vor allem die SUPs aufgefordert, sich an die Regeln zu halten

Mit seiner Forderung nach einem noch stärkeren Engagement für Umwelt und Natur setzte der Bayerische Seglerverband bei seinem traditionellen Wassersportgespräch auf der Messe f.r.ee in München neue Akzente für die Zukunft. Der Vorsitzende des Bayerischen Seglerverbandes Dietmar Reeh forderte in seiner Rede zum Thema „Wassersport im Einklang mit Umwelt und öffentlicher Ordnung“ alle nicht in Vereinen organisierten Freizeitsportler auf, den freiwilligen Initiativen und Selbstverpflichtungen seines Verbandes zu folgen.

Vor mehr als 25 Jahren war der Bayerische Seglerverband für alle organisierten Wassersportler in Bayern eine freiwillige Selbstverpflichtung eingegangen, die den Naturschutz und im speziellen den Vogelschutz zum Inhalt hat: „Vom 1. November bis zum 31. März eines jeden Jahres gehören die bayerischen Seen den Vögeln und Wassersportler haben dort nichts verloren.“ Der Bayerische Seglerverband sieht sich dem aktiven Natur- und Umweltschutz verbunden. Inzwischen sind auch andere Wassersportorganisationen, wie z.B. der Bayerische Kanu-Verband, dieser Selbstverpflichtung ebenfalls gefolgt. Organisationen und Wassersportler, die nicht organisiert sind, forderte Reeh auf, dem Bayerischen Seglerverband zu folgen: „Lassen Sie Vögel in ihren Rückzugsgebieten in den Wintermonaten in Ruhe!“

Auf die in Bayern stark gefährdeten Vogelarten, die den Schutz der Menschen bedürfen, wies Dr. Andrea Gehrold vom Landesbund für Vogelschutz hin. Jährlich überwintern beispielsweise am Starnberger See über 20 000 Vögel, die dringend geschützt werden müssten. „Ich appelliere an die Wassersportler, die Selbstverpflichtung einzuhalten“.

Kritisiert wurden auf der Tagung vor allem einige neue unorganisierte Sportarten wie Kiter oder SUPs. Vor allem viele Stand-up Paddler würden alle Regeln und Maßnahmen zum Umwelt- und Naturschutz an den Seen außer Acht lassen und verheerende Schäden anrichten. Reeh animierte alle Segler, auf diese Sportler zuzugehen und sie auf die freiwilligen Regeln, die in Bayern gelten, aufmerksam zu machen.

„Zum Umweltschutz gehört die unbedingte Vermeidung von Abfall und vor allem von Plastikmüll.“ Darauf machte Dr. Steffen Häbich, Leiter der ADAC-Sportschifffahrt, aufmerksam. Es müsse für alle Nutzer der bayerischen Seen und Flüsse selbstverständlich sein, den eigenen Müll an Land zu entsorgen. Häbich lobte die im Bayerischen Seglerverband organisierten Vereine und die öffentliche Hand. Häbich: „Es sind die Kommunen, die an den Ufern dafür sorgen, dass der Müll dorthin kommt, wo er hingehört, nämlich in die Mülltonne.“ Häbich kündigte an, dass sein Verein an der Etablierung eines Qualitätssiegels für die Segelausbildung in ganz Deutschland mitarbeite, die Natur- und Umweltschutz bindend in die Führerscheinprüfungen und Genehmigungsverfahren vorschreibt.

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