36. Optikrokodil - von Flaute bis "Föhnsturm" war alles dabei - und beide Wanderpokale blieben am Chiemsee

36. Optikrokodil - Foto: Max Ewald

Am 03./04.10.2020 war es soweit - der Seebrucker Regattaverein holte das sonst traditionell im Mai stattfindende und dieses Jahr aufgrund des Corona-Lockdowns verschobene 36. Optikrokodil nach. 125 Optisegler und -seglerinnen aus 25 Vereinen hatten sich angekündigt. Die Gemeinde Seebruck und der Strandbadbetreiber von Seebruck hatten aufgrund der geltenden Corona-Regeln dankenswerter Weise das Seebrucker Strandbad mit seiner Fläche von 20.000 qm zur Verfügung gestellt, so dass trotz geltender Abstandsregeln etc. alle gemeldeten Teilnehmer zur Regatta kommen durften.

Und es sollten 2 spannende Tage werden - die Windvorhersagen waren sich je nach App alles andere als einig: von Flaute bis Föhnsturm war alles dabei. Nach der Begrüßung am Samstag ging es für die 107 zur Regatta gekommenen Segler und Seglerinnen aus Opti A und Opti B bei einem guten 2er Wind zügig aufs Wasser. Geslippt wurde am Ufer des Chiemsees auf 70m Breite in 10er Reihen mit seitlichen Bootsabständen von je 5m und 10m Abstand zwischen den Reihen, was hervorragend funktionierte. Kaum waren alle auf dem Wasser, schlief der Wind ein und so manch einer sah sich in seiner Meinung „die Bayern haben eh nie Wind“ bestätigt. Doch es sollte anders kommen.

36. Optikrokodil - Foto: Max Ewald
36. Optikrokodil - Foto: Max Ewald

Sehr warme Luftmassen kündigten es an und der Föhnsturm setzte mit einer Stärke ein, die die Regatta zunächst abrupt beendete und das Wasserteam sowie die auf dem Wasser begleitenden Trainerboote vor die Herausforderung stellten, die zahlreichen im Wasser treibenden Segler und Seglerinnen und die gekenterten Boote zu bergen. Aufgrund der umsichtigen und guten Zusammenarbeit aller auf dem Wasser anwesenden Helfer konnten alle Regattateilnehmer und deren Boote zügig an Land gebracht werden. So mancher erfahrene Opti A- und Opti B-Segler fuhr mit den Motorbooten wieder raus und brachte die verlassenen Optis segelnd wieder an Land, so dass am Ende „nur“ ein gebrochener Mastblock sowie zahlreiche gerissene Segel zu reparieren bzw. zu ersetzen waren.

Nach einer kurzen Erholungspause nutzte die Wettfahrtleitung den nach wie vor vorhandenen kräftigen 5er Wind (mit bis zu 7er Böen) und schickte die A-Segler schnellstmöglich wieder aufs Wasser, um noch 3 der für Samstag geplanten 4 Wettfahrten erfolgreich durchzuführen. Und auch die erfahreneren Opti B-Segler und Seglerinnen sollten bei einer spannenden Wettfahrt noch auf ihre Kosten kommen. Viele der jüngeren Segler und Seglerinnen blieben nach den Erlebnissen des Vormittags verständlicherweise an Land und hofften auf einen für sie etwas gnädigeren Wind und weitere Wettfahrten am Sonntag.

Der Sonntag begann bei bestem Spätsommerwetter zunächst mit einer Startverschiebung wegen Flaute. Nachdem Wind einsetzte, hofften alle auf dessen Konstanz und es ging erneut aufs Wasser. Aufgrund ständig drehender Winde konnte jedoch relativ lang für die große Teilnehmerzahl kein Regattafeld aufgebaut werden. Die Geduld der auf dem Wasser befindlichen Segler und Seglerinnen wurde auf eine harte Probe gestellt. Nach 2h des Wartens auf dem Chiemsee ging es endlich los und in der Optiklasse B wurden 2 und in Opti A noch eine Wettfahrt durchgeführt.

36. Optikrokodil - Foto: Max Ewald
36. Optikrokodil - Foto: Max Ewald

Die an Land verbliebenen Eltern und Betreuer verfolgten die Wettfahrten vor der traumhaften Bergkulisse in der Pizzeria des Strandbades bei Pizza, Cappuccino & Co. Die begehrten Haribo-Krokodile gewannen in Opti A auf Platz 1 Lucas Hamm (Chiemsee-Yacht-Club e. V.) vor Constantin Bötsch (Bayerischer Yachtclub) und Loris Auracher (Verein Seglerhaus am Wannsee).

In Opti B gewann Julia Ewald vom Seebrucker-Regatta-Verein und holte damit den Wanderpokal des Steiff-Krokodils nach 7 Jahren endlich wieder einmal in seinen Heimatverein zurück, vor Valentin Ziegler (Starnberger Regatta-Club) auf Platz 2 und Noah Mink (Chiemsee-Yacht-Club e.V.) auf Platz 3.

Ein großes Dankeschön geht an die Gemeinde Seebruck, die die Veranstaltung trotz der strengen Corona-Regelungen genehmigt hat, die Wasserwacht Seebruck und alle ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen ob an Land oder auf dem Wasser, ohne die die Regatta nicht möglich gewesen wäre.

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Text und Fotos: Max Ewald