Wiederaufnahme einer Tradition: "Dampferessen" in Starnberg

Auf Einladung des Bayerischen Seglerverbandes und der Bayerischen Seenschifffahrt trafen sich rund 40 Teilnehmer in den Räumen des Münchner Yacht-Clubs in Starnberg. Gekommen waren neben Vertretern der Vereine und Kapitänen der Bayerischen Seenschifffahrt auch der oberste Tourismus-Vertreter der Region Klaus Götzl, der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Würmsee, Andreas Gastl-Pischetsrieder sowie Anton Dreher von der Bootswerft Rambeck.

In einer angeregten Diskussion wurde das Zusammenleben der unterschiedlichen Nutzer auf den bayerischen Seen erörtert. Übereinstimmung bestand zwischen allen Beteiligten, dass es möglichst wenig staatliche Regeln, dafür aber mehr Eigenverantwortung geben müsse, um das im Grunde gute Miteinander weiter zu fördern.

Dampferessen 1

Die in Vereinen etwa als Segler oder Ruderer organisierten Seenutzer verhalten sich auf dem See in der Regel korrekt und professionell. Bei den Nicht-Organsierten, wie etwa Stand-Up-Paddlern, Kanufahrern und Mietern von Elektromotorbooten, insbesondere aber auch bei Schwimmern, gibt es jedoch jedoch Aufklärungsbedarf. Vielfach wissen gerade diese Gruppen nicht, welche Gefahren unbedachte Handlungen auf dem See mit sich bringen.

So behindern Stand-Up-Paddler, aber auch Schwimmer, oftmals die Linien der Fahrgastschifffahrt, was gerade auch beim An- und Ablegen an den Stegen zu gefährlichen Situationen führen kann. Alle Beteiligten sehen hier erhöhten Aufklärungsbedarf und werden in konzertierten Aktionen Nachhilfe leisten.

Folgende Maßnahmen wurden diskutiert und sollen im kommenden Jahr weiter verfolgt werden:

  • Regelmäßiger Austausch von Vereinen und Fahrgastschifffahrt über die Erfahrungen auf den Seen und Planung von notwendigen Aktivitäten.

  • Erhöhte Information durch die Vereine, die Fahrgastschifffahrt und die Tourismusorganisationen – Aufklärungsmaßnahmen könnten hier in Form von Präsenzveranstaltungen, medialen Auftritten oder mit Hilfe von gedrucktem Aufklärungsmaterial umgesetzt werden; insbesondere die sozialen Medien sollen als Multiplikatoren eine starke Rolle spielen.

  • Gezielte Einbindung der Schulen in die Aufklärungsarbeit.

Dampferessen 2

Wichtig erschien den Teilnehmern des Dampferessens auch, dass Seeanlieger, die Freizeitsportlern Zutritt zu den Gewässern ermöglichen, ihre Gäste besser aufklären; hier könnte eine Art Grundkurs für die Seenutzung zielführend sein. Auch die Hersteller von Sportgeräten, die auf Gewässern genutzt werden, sollten regelmäßig in die Aufklärungsarbeit miteinbezogen werden.

Die Organe der öffentlichen Ordnung und der Rettung werden letztlich ebenfalls für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung eintreten; Strafen und Nutzungsverbote sahen die Teilnehmer des Dampferessens jedoch als Ultima Ratio. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Kontakt und die Kommunikation mit Polizei und Rettungskräften auf den Seen niemals abreißen dürfen.