Nationenstartplatz für 470er-Damen - Männer verpassen Qualifikation für Tokyo knapp

Die 470er-Seglerinnen des German Sailing Teams haben für Deutschland den vierten Nationenstartplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo ersegelt. Im Olympiarevier vor Enoshima reichte den Berlinerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort ein 16. Platz bei der 470er-Weltmeisterschaft, um die Grundvoraussetzung für eine deutsche Olympia-Teilnahme in der Zweihand-Jolle für Frauen zu schaffen. Für die deutschen Herren hat es dagegen leider knapp nicht gereicht.

böhm goliass

Nach der Sicherung des Nationenstartplatzes wird im Jahr 2020 in einer nationalen Ausscheidungsserie aus drei Regatten entschieden, welche deutsche 470er-Frauen-Crew Deutschland bei Olympia vertreten wird. Zu den Kandidatinnen zählen auch Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß (beide Deutscher Touring Yacht-Club), die bei der Weltmeisterschaft auf Rang 21 segelten. Die 27-jährige Steuerfrau Nadine Böhm sagte: „Wir freuen uns sehr, dass wir es als Team geschafft haben, Deutschland im 470er der Frauen für die Spiele zu qualifizieren. Jetzt können wir richtig Gas geben.“

470erworlds

Den deutschen 470er-Seglern dagegen gelang der erhoffte Durchbruch bei der WM nicht. Zwar segelten Simon Diesch (Friedrichshafen) und Philipp Autenrieth (Bayerischer YC) bei den Welttitelkämpfen als einzige deutsche Mannschaft in die Goldgruppe und dort auf Platz 16. Doch da die 470er-Flotte der Männer bei der olympischen Regatta kleiner ist als die der Frauen, ging es für die Herren in Japan nur um vier Nationenstartplätze. Und die verpassten Diesch/Autenrieth als Fünfte der miteinander darum ringenden Nationen in der Olympia-Bucht schmerzlich knapp. Zwei Chancen bleiben den deutschen 470er-Seglern noch: Geht ein Nationenstartplatz aus einem anderen Kontinent zurück, weil er nicht besetzt werden kann, dann haben Diesch/Autenrieth das erste Anrecht für Deutschland erworben, diesen Spot zu besetzen. Die letzte Möglichkeit, einen Nationenstartplatz auf dem Wasser zu ersegeln, bietet sich den deutschen 470er-Männern bei der Weltcup-Regatta in Genua kommendes Jahr. Die dort bestplatzierte unter den dann noch nicht für Olympia qualifizierten europäischen Nationen erhält den Nationenstartplatz.

Im Medal Race sicherten sich Mills/McIntyre (Großbritannien) den WM-Titel bei den Damen; Australiens Superstar Mathew Belcher (mit Will Ryan) profitierte vom Frühstart der bis zur letzten Wettfahrt führenden Spanier Xammar/Rodriguez und sicherte sich seinen siebten Weltmeistertitel.

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