Schutz vor Missbrauch und Gewalt

Aktuelles:



- Handlungsverpflichtungen
- erweitertes Führungszeugnis
- Ehrenkodex

Die Sportvereine und in ihnen alle "Offiziellen" (Trainer, Übungsleiter, Vorstände, auch Boots- und Stegwarte) tragen eine enorme Verantwortung, ja eine "Garantenpflicht" gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen.

Sie alle sollten sich ihrer Vorbildfunktion jederzeit bewusst sein, zumal "der Fremde eher die Ausnahme" unter den Tätern ist. Es gilt daher, verbindliche Regeln zu vereinbaren, die für alle gleichermaßen gelten.

Für unsere Mitgliedsvereine stellen wir gerne wichtige Dokumente und Informationen zur Verfügung:

Ehrenkodex (PDF)
für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sport, die mit Kindern, Jugendlichen und/oder jungen Erwachsenen arbeiten oder sie betreuen.

Prüfschema Ehrenamt für Vereine (PDF)

Prüfschema Ehrenamt von der DSJ (PDF)

Vorlage Beantragung eines Führungszeugnisses (PDF)


Für alle Vereine, bei denen Versammlungen bevorstehen oder die sich kurzfristiger informieren wollen, steht Timo Haß über die Geschäftsstelle des Bayerischen Seglerverbandes für Auskünfte zur Verfügung.

Ombudsmann im Bayerischen Seglerverband:

Für hauptberuflich, ehren- und nebenamtlich Tätige in Mitgliedsvereinen des Bayerischen Seglerverbandes, die das erweiterte Führungszeugnis nicht ihrem Verein vorlegen möchten, steht Timo Haß als Ombudsmann zur Verfügung. Er kann auch einen Ansprechpartner nennen, falls weder der Verein noch unser Ombudsmann Einsicht in das erweiterte Führungszeugnis nehmen soll.

Timo Haß, 2. Vorsitzender des Bayerischen Seglerverbandes, ist Jurist und als selbständiger Rechtsanwalt tätig. Er kennt die rechtlichen Grundlagen für das erweiterte Führungszeugnis, sowie die Sorgfaltspflichten im Umgang mit diesen Dokumenten.

Wenn Sie - anstelle Ihres Vereins - durch Timo Haß Einsicht in Ihr erweitertes Führungszeugnis nehmen lassen möchten, senden Sie das amtliche Dokument per Post an unseren Ombudsmann. Zusätzlich benötigt er die Information, an welchen Verein (inkl. konkretem Ansprechpartner) die schriftliche Rückmeldung bzw. Unbedenklichkeitsbescheinigung erfolgen soll.

Im Anschluss an die Einsichtnahme erhalten Sie Ihr erweitertes Führungszeugnis im Original zurück. Durch den Ombudsmann wird nur der Vorgang der Einsichtnahme dokumentiert (Name, Verein, Datum, Ergebnis), nicht jedoch der Inhalt des Führungszeugnisses (keine Kopie!).

Kontaktdaten:

Timo Haß
Enzianweg 38
82343 Pöcking

Tel. 08157-900556
Email: hass@bayernsail.de


Online-Beantragung von Führungszeugnissen:

Rundschreiben des DOSB

Schreiben des Bundesamtes für Justiz


Weitere Unterstüzung finden Sie hier:

Auch der Deutsche Segler-Verband e.V. (DSV) informiert zu diesem Thema auf seiner Homepage.

Auf der Homepage der Bayerischen Sportjugend (BSJ im BLSV) finden Sie viele Informationen, (Muster-)Dokumente und Links zu diesem Thema.

Unsere Mitgliedsvereine können sich gerne an die genannten Fachberater für Prävention vor sexualisierter Gewalt im Sport wenden, die auch für akute Fallberatungen kostenfrei zur Verfügung stehen.

Die Bayerische Sportjugend bietet regelmäßig Schulungstermine für Übungsleiter, Trainer und Betreuer, sowie für Referenten an.

Über die Internetseite der Deutschen Sportjugend (im DOSB) können Sie sich ausführliche Broschüren herunterladen. Insbesondere die "Orientierungshilfe für rechtliche Fragen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen", sowie "Kommentierter Handlungsleitfaden für Sportvereine zum Schutz von Kindern und Jugendlichen" könnten auch für Ihren Verein hilfreich sein.

Der Bayerische Jugendring nennt seine Aktivitäten Prätect - Prävention sexualisierter Gewalt. Über diese Organisation finden Sie auch die Möglichkeit an Seminaren/Qualifizierungen teilzunehmen oder geeignete Referenten für vereinsinterne Sensibilisierungsmaßnahmen oder Schulungen von Vertrauenspersonen.


Im Leistungssport gibt es Opfer sexualisierter Gewalt - Forschungsprojekt "Safe Sport":

Presse-Informationen
Sexualisierte Gewalt im Sport

Forschungsprojekt »Safe Sport« kann erstmals Daten zu sexualisierter Gewalt im organisierten Sport in Deutschland vorlegen

Köln, 15. November 2016

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln und des Universitätsklinikums Ulm untersuchen aktuell im Forschungsprojekt »Safe Sport« die Häufigkeiten und Formen von sexualisierter Gewalt im Wettkampf- und Leistungssport sowie den Umsetzungsstand von Maßnahmen zur Prävention und Intervention in Sportverbänden und -vereinen. Bei einem Fachforum der Deutschen Sportjugend werden heute in Leipzig die ersten Ergebnisse des Projektes vor Verantwortlichen in Sportverbänden präsentiert.

Sexualisierte Gewalt kommt auch im Wettkampf- und Leistungssport vor, und zwar nicht häufiger oder seltener als in der Allgemeinbevölkerung – dies ist ein zentraler Befund des aus mehreren Teilstudien bestehenden Projektes. Rund 1.800 KaderathletInnen in Deutschland hatten sich an einer Online-Befragung beteiligt und dabei Fragen zu Erfahrungen von sexualisierter Gewalt im Sport beantwortet. Dabei liegt den Studien im Projekt »Safe Sport« ein weites Begriffsverständnis zugrunde. Es werden neben sexualisierten Gewalthandlungen mit Körperkontakt auch solche ohne Köperkontakt oder grenzverletzendes Verhalten einbezogen.

Ein Drittel der befragten KadersportlerInnen berichtet über Erfahrungen sexualisierter Gewalt.

Etwa ein Drittel aller befragten KadersportlerInnen hat schon einmal eine Form von sexualisierter Gewalt im Sport (im Sinne der zuvor genannten weiten Definition) erfahren. Eine/r von neun der befragten SportlerInnen hat schwere und/oder länger andauernde sexualisierte Gewalt im Sport erlebt. Dabei tritt sexualisierte Gewalt i.d.R. nicht isoliert auf, sondern gemeinsam mit anderen Gewaltformen (z.B. emotionale oder körperliche Gewalt). Die Mehrheit der betroffenen AthletInnen ist bei der ersten Erfahrung sexualisierter Gewalt im Sport unter 18 Jahre alt.

 „Die Daten bestätigen, dass Sportverbände und -vereine in der Verantwortung stehen, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierten Übergriffen zu optimieren“, so die Koordinatorin des Verbundprojektes, Dr. Bettina Rulofs, Deutsche Sporthochschule. Ein großer Teil der deutschen Sportverbände hat diese Notwendigkeit erkannt und verschiedene Maßnahmen zur Prävention und Intervention eingeführt. Dies ist das Ergebnis einer weiteren Teilstudie des Projektes, die z.Zt. den Umsetzungsstand von Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei zentralen Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) untersucht.

Deutsche Sportjugend und Landessportbünde als wichtige Impulsgeber für Prävention

Besonders die Deutsche Sportjugend und die Landessportbünde mit ihren Sportjugenden können auf Basis dieser Studie als wichtige Impulsgeber für die Einführung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen im Sport bezeichnet werden. So haben z.B. alle Landessportbünde spezifische AnsprechpartnerInnen für die Prävention sexualisierter Gewalt benannt. Auch in 80% der Spitzenverbände und in 54% der Sportverbände mit besonderen Aufgaben sind Ansprechpersonen vorhanden. Außerdem wurde das Thema in nahezu allen Bundesländern über die Landessportbünde in Qualifizierungsmaßnahmen für TrainerInnen oder ÜbungsleiterInnen verankert. Alle Landessportbünde sind dabei auch in der Bearbeitung und Beratung von Vorfällen und Verdachtsfällen im Sport aktiv. Seit 2010 wurden sie in mehr als 200 Fällen sexualisierter Gewalt kontaktiert, bei gut einem Drittel der Interventionen wurden auch die Strafverfolgungsbehörden eingebunden. Gut ein Fünftel der Fälle führte zu verbandsinternen rechtlichen Konsequenzen (wie z.B. Ausschluss oder Lizenzentzug).

Prävention an der Basis des Sports weiter ausbauen

An der Basis des Sports, in den rund 90.000 Sportvereinen, besteht allerdings noch Bedarf für die Sensibilisierung zum Thema und die konkrete Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Im Rahmen einer repräsentativen Vereinsbefragung gab ca. die Hälfte der befragten Vereine an, dass das Thema relevant für Sportvereine sei. Nur gut ein Drittel der Vereine setzt sich nach eigenen Angaben aktiv gegen sexualisierte Gewalt ein. Regelmäßige Schulungen zur Thematik werden nur in 9% der Vereine durchgeführt und nur jeder zehnte Verein hat eine/n spezifische/n AnsprechpartnerIn für die Prävention sexualisierter Gewalt oder für den Kinderschutz benannt. Der niedrige Umsetzungsstand von konkreten Präventionsmaßnahmen in den Vereinen ist angesichts der Ergebnisse aus der AthletInnen-Befragung bedenklich, denn sexualisierte Gewalterfahrungen machen AthletInnen am häufigsten im unmittelbaren Kontext des Vereins. Zugleich beinhaltet die Vereinskultur wichtige Voraussetzungen für den Schutz vor sexualisierter Gewalt, denn – so zeigen es die Ergebnisse der AthletInnen-Befragung – in Vereinen mit einer klar kommunizierten „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ ist das Risiko für AthletInnen, sexualisierte Gewalt zu erfahren, signifikant geringer.

Das Forschungsprojekt »Safe Sport« wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für eine Laufzeit von drei Jahren gefördert (Okt. 2014 – Sept. 2017). Die Verbundkoordination liegt bei Dr. Bettina Rulofs an der Deutschen Sporthochschule Köln. Das Projekt hat insgesamt drei Kooperationspartner: Deutsche Sporthochschule Köln (Institut für Soziologie und Genderforschung / Institut für Sportökonomie und Sportmanagement), Universitätsklinikum Ulm (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psycho-therapie) und Deutsche Sportjugend (Ressort Jugendarbeit im Sport).


Kontakt:
Dr. Bettina Rulofs, Institut für Soziologie und Genderforschung, Deutsche Sporthochschule Köln
rulofs@dshs-koeln.de
Dr. Marc Allroggen, Klinik für Kinder- und Jugend-psychiatrie/Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm
Marc.Allroggen@uniklinik-ulm.de

Ergebnisbericht zum Download unter:
http://bit.ly/2fFfcyF


EU-Projekt "Voice"

Im Zuge der neusten, veröffentlichten Daten zu sexualisierter Gewalt im Sport (siehe oben), möchte die Bayerische Sportjugend gerne auf das EU-Projekt „Voice“ aufmerksam machen und Sie bitten dieses Projekt zu bewerben. Das Projekt bitte um Unterstützung.

Wir bitten um die Unterstützung Betroffener von sexualisierter Gewalt im Sport!
Wenn Sie sexuelle Belästigungen oder Übergriffe im Sport erlebt haben, und bereit sind, über Ihre Erfahrungen zu berichten, nehmen Sie bitte Kontakt zur Deutschen Sporthochschule auf. Wenn Sie Personen kennen, die sexualisierte Gewalt im Sport erlebt haben, informieren Sie diese bitte über das Projekt und die Möglichkeit, daran teilzunehmen.

http://voicesfortruthanddignity.eu/de/