Olympia 2024 mit Hochseesegeln

Offshore-Segeln soll in Marseille 2024 olympisch werden. Das hat das Council von World Sailing bei der Jahrestagung in Sarasota/USA entschieden. Ein Zwei-Personen-Kielboot für Mixed-Teams wird in den Kreis der olympischen Disziplinen aufgenommen (sail24.com)

Von der Generalversammlung wurde diese Entscheidung schließlich mit deutlicher Mehrheit bestätigt. Damit ist die bisher geplante Disziplin One-Person-Dinghy Mixed wieder aus dem Programm gestrichen. Im Frühjahr hatte World Sailing noch auf diese Karte gesetzt. Doch im Laufe des Jahres hatte sich die Kielboot-Lobby für eine Offshore-Disziplin stark gemacht und sich nun durchgesetzt.

finn gorgels 2017

DSV: "Ein schwerer Schlag für die Finn-Klasse"

Die Gruppe B, der Deutschland im Council von World Sailing angehört, hatte für den Vorschlag gestimmt, der im Mai 2018 beim Mid-Year-Meeting von World Sailing favorisiert worden war. Er sah als neue Disziplinen Mixed One Person Dinghy, Mixed Kite und Mixed Two Person Dinghy vor. In dieser Variante hätte eine Chance bestanden, den Finn im olympischen Programm zu halten.

Torsten Haverland, Vizepräsident Leistungs- und Wettsegeln, der gemeinsam mit Jugendobmann Timo Haß in Sarasota den Beschluss des DSV-Präsidiums vertrat, sagte zum Finn-Aus: „Das ist ein schwerer Schlag für die Klasse und für die Segler. Der Finn verkörpert athletisch, trimm- und materialtechnisch das olympische Segeln so gut wie kaum eine Bootsklasse.“

Weiter sagte Haverland: „Natürlich muss man die Kriterien des Internationalen Olympischen Komitees hinsichtlich ausgeglichener Geschlechterverhältnisse sowie der Vielfalt des Sports erfüllen. Doch die neuen Disziplinen stellen das bisherige olympische Leistungssportkonzept des DSV vor große Herausforderungen“. Es gelte nun, den Fokus auf die anstehenden Olympischen Spielen 2020 in Tokio nicht zu verlieren, daneben jedoch schon die Weichen für 2024 zu stellen. (DSV/German Sailing Team)

Neben dem Offshore-Segeln wurden die bereits zur Midyears-Tagung zu Olympia-Disziplinen erklärten Events bestätigt. Darunter sind auch die neue Zweihand-Mixed-Dinghy-Klasse sowie das Kiten.

Mit dem Einzug des Offshore-Segelns würde das Segelprogramm bei den Olympischen Spielen in Paris/Marseille 2024 so aussehen:

  • Einzel, Männer (Laser)
  • Einzel, Frauen (Laser)
  • Doppel, Männer (49er)
  • Doppel, Frauen (49er FX)
  • Doppel, Mixed-Katamaran (Nacra 17)
  • Doppel, Mixed-Dinghy
  • Doppel, Offshore-Kielboot
  • Windsurfen, Männer
  • Windsurfen, Frauen
  • Kiten, Mixed

Dr. Wolfgang Schäfer, Obmann des DSV-Ausschusses Seeregatten, war als Offshore Racing Congress (ORC) Vizepräsident in Sarasota und hat den Kielboot-Vorschlag mit vorbereitet.

Die Debatte über die Einführung des Offshore-Segeln für Zwei-Personen-Mixed-Crews wurde intensiv geführt. Denn die Entscheidung im Frühjahr über das Einhand-Mixed-Segeln konnte nur mit mindestens 75 Prozent der Stimmen des Councils wieder umgestoßen werden. Am Ende stimmten 31 Stimmberechtigte für eine Neuabstimmung, acht dagegen (bei zwei Enthaltungen). In der folgenden Abstimmung entschieden sich 29 Council-Mitglieder für ein Zwei-Personen-Kielboot. Damit hatte das Offshore-Segeln den Rat passiert. Die Generalversammlung zum Abschluss der Jahrestagung folgte diesem Beschluss mit einer Mehrheit von 43:17 Stimmen.

Bei der Abstimmung über das Equipment für die einzelnen Events (Laser, 49er und Nacra 17 standen bereits fest) wurde für eine Beibehaltung des RS:X-Boards für das Surfen gestimmt. Das Mixed Kiteboarding wird auf einem Foiling Board mit einem RAM-Air (Foil-Kite) ausgetragen, und die Jolle für das Zwei-Personen-Dinghy soll nicht-foilend und mit Spinnaker ausgestattet sein. Die konkrete Entscheidung über die Klasse wird in diesen beiden Fällen zur Jahrestagung 2019 getroffen. Auch Laser und RS:X werden über die genaue Ausgestaltung der Klasse noch einmal überprüft.

Die neue Kielbootklasse muss ebenfalls noch spezifiziert werden. Fest steht, dass die neue Klasse nicht-foilend und zwischen sechs und zehn Meter lang sein soll. Ausgestattet mit einem Spinnaker muss das Deckslayout für eine Zweihand-Crew entsprechend sein. Der Einsatzbereich soll von 4 bis 40 Knoten Windstärke liegen. Eine Entscheidung soll möglichst zügig erfolgen, ggfs. durch eine Online-Abstimmung der Mitglieder des Equipment-Committee. (ra/sail24.com/dsv)

Bericht der World Sailing (engl.)