IDM Laser: Buhl und Hoffmann ganz oben

Sonne, Flaute, Regen und viel Wind bei den deutschen Meisterschaften der Laser im Herrschinger Segelclub. Den Sieg im Laser Standard holte sich souverän Philipp Buhl (SCAI) und sein jüngerer Clubkamerad Julian Hoffmann gewann bei den Laser Radial

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Mit äußerst wechselhaften Bedingungen hatten es die 137 Seglerinnen und Segler sowie die zahlreichen Helfer des Herrschinger Segelclubs in den 4 Wettfahrt-Tagen dauernden Meisterschaften zu tun. Gesucht wurden die deutschen Meister in den Klassen Laser (Herren), Laser Radial Open (Jugend männlich) sowie Laser Radial (Damen).

Der Regattamodus sah 9 Wettfahrten vor, von denen der schlechteste gestrichen werden konnte. Anschließend wurden die Medal Races, die Finalläufe gesegelt. Hier zählten dann die Punkte doppelt, was diese Wettfahrt besonders spannend machte, zumal diese Wettfahrt nicht gestrichen werden durfte.

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Zum Auftakt zur Meisterschaft empfing der Ammersee die Teilnehmer mit herrlichem Altweibersommer. Am Samstag blies zum Sonnenschein ein kräftiger Ostwind, so dass die Teilnehmer sich bei einem Practise Race mit dem See vertraut machen konnten. Zudem bot der Tag den Sponsoren, ohne welche die Ausrichtung eines solchen Events nicht möglich wäre, die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Am Sonntag, dem ersten Wettfahrttag war Altweibersommer ohne Wind, sodass keine Wettfahrt möglich war.

Den Wetterwechsel am Montag mit einem deutlichen Temperatursturz und Starkregen nahmen dann alle Beteiligten gerne in Kauf, denn der erhoffte Wind stellte sich ein.
Wettfahrleiter Uli Finckh lies früh auslaufen, um 4 Wettfahrten zu segeln.

Bei konstant 3-5 Windstärken zeigte bei den Damen Svenja Weger vom Potsdamer Yachtclub die konstantesten Leistungen. Die Psychologiestudentin aus Kiel wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Ihr Ziel sind die olympischen Spiele 2020 in Tokyo.
Nur ein Punkt dahinter nach vier Läufen lag Laura Bo Voss vom Mühlenberger Segelclub vor Julia Büsselberg vom Verein Seglerhaus am Wannsee, beide Mitglieder des Leistungskaders des DSV.

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Im Laser Radial gab es am ersten Tag einen Zweikampf zwischen Roko Mohr (Verein Wind und Welle) und Julian Hoffmann (oben) vom Segelclub Alpsee Immenstadt, welcher die letzten beiden Läufe des ersten Tages gewinnen konnte und als erster der deutschen Rangliste im Laser Radial an den Ammersee gekommen war.

In der Laserklasse der Herren war mit dem Weltranglistenzweiten Philipp Buhl (ebenfalls Segelclub Alpsee Immenstadt) der internationale Topsegler am Start. Er gewann 3 der 4 Läufe am ersten Tag und führte souverän vor Nik Aron Willim vom Norddeutschen Regattaverein und Max Wilken (Röbeler Seglerverein Müritz), 2. der U21 WM diesen Jahres.
Bei 15-22 Knoten, das sind 4-6 Windstärken, wurde auch am Dienstag den Seglern alles abverlangt.

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Svenja Weger (oben) konnte ihre Spitzenposition behaupten, lag vor dem Finaltag aber nur 4 Punkte vor der Zweitplatzierten Pia Kuhlmann vom Schaumburg Lippischen Seglerverein. Sie zeigte an diesem Tag mit den Plätzen 2, 6, 1 und 1 die beste Form.
Bei den Laser Radial konnte Julian Hofmann (unten) mit drei ersten und einem dritten Platz an diesem zweiten Tag die Spitze erobern.

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Bei den Herren in der Laserklasse brachte der Dienstag keine Veränderung in den vorderen Plätzen, Philipp Buhl konnte seinen Vorsprung noch ausbauen. Der letzte Tag der Meisterschaften brachte durch die abschließenden Medal-Races noch mal Spannung, da das Ergebnis doppelt zählte und man dadurch viele Plätze gewinnen oder verlieren konnte.

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Bei den Damen gewann zwar Lena Haverland das Medaillenrennen, konnte aber die vor ihr liegenden Seglerinnen nicht mehr verdrängen und wurde insgesamt dritte. Deutsche Meisterin wurde Svenja Weger vor Pia Kuhlmann. (im Bild: Christin Hoffmann, SCAI)

Im Finalrennen der Radial Open zeigten einige Segler etwas zu viel Angriffslust. Ganze sechs Segler handelten sich im letzten Lauf einen Frühstart ein und wurden dadurch mit einer hohen Punktzahl bestraft. Julian Hoffmann wurde im Finalrennen zweiter, brachte aber genug Vorsprung mit und gewann die Meisterschaft vor Roko Mohr und Gunnar Kröplin, sein Bruder Henning wurde vierter.

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Vom gleichen Verein wie Hoffman kommt der neue deutsche Meister bei den Herren: Philipp Buhl (oben) gewann auch die Medaillenwettfahrt souverän und freute sich als Allgäuer, welcher als Profi-Segler auf der ganzen Welt unterwegs ist, über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft bei viel Wind und Blick auf die Alpen. Er legte dabei eine grandiose Serie von 7 ersten und zwei zweiten Plätzen hin. Auf den Stockerlplätzen landeten Nik Aaron Willim vor Max Wilken. So wurden die Favoriten ihrer Rolle gerecht, was für die konstanten Bedingungen spricht.

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Beste Herrschinger wurden Selina Eberle bei den Damen als hervorragende 19., Christoph Tischer als 34. bei den Radial Open und Michael Marcour (Bild oben, links) mit dem 21. Platz bei den Herren.

Mit Vincent Tischer als 42., Lisa Kirst mit dem 30. Platz, Klaus Richter auf Platz 29, Florian Jungbauer als 36. vor seinem Vater Klaus (38) zeigte der Herrschinger Segelclub eine starke Leistung, auf dem Wasser und zu Lande. Der Herrschinger Segelclub bewies mit über 70 freiwilligen Helfern und seinen Sponsoren, dass mit viel Enthusiasmus, guter Vorbereitung und etwas Windglück einer gelungenen Meisterschaft nichts im Wege steht.

Text: Dr. Erik Vetter, HSC