Palma: Bayern beste Deutsche

49. Trofeo Princesa Sofia: Drei Teams in den Top Ten, Diesch/Autenrieth (WYC/BYC) starke Vierte, Böhm/Goliaß (DTYC) Achte - für Deutschlands 470er-Segler war es vor Palma de Mallorca ein Saisonauftakt nach Maß:

Bei den Herren segelten Simon Diesch und Philipp Autenrieth im Weltklassefeld von 79 Startern beim Frühjahrs-Klassiker Trofeo Princesa Sofía auf Platz vier – punktgleich mit den drittplatzierten Japanern Tetsuya Sozaki und Akira Takayanagi. Es siegte der australische Olympiasieger Mathew Belcher mit Will Ryan vor den Türken Deniz Cinar und Ates Cinar.

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Platz 4 bei der Trofeo Princesa Sofia für Simon Diesch und Philipp Autenrieth. Foto: Lars Wehrmann

Für den erst 23 Jahre alten Steuermann Simon Diesch vom Württembergischen Yacht-Club und seinen 27-jährigen Vorschoter Philipp Autenrieth vom Bayerischen Yacht-Club war es trotz des so knapp verpassten Sprungs auf das Podium eine überaus gelungene Woche. Das süddeutsche Duo, das in dieser Saison in Regie von DSV-Trainer Robert Remus trainiert, hatte die Serie mit einem Wettfahrtsieg eingeläutet und in neun Rennen bis zum Medaillenfinale sechs einstellige Ergebnisse eingefahren. Im Medaillenrennen waren der Sohn von Olympiasieger Eckart Diesch und sein vier Jahre älterer Vorschoter zwischenzeitlich sogar auf Silberkurs gesegelt, bevor sie der Verlust eines einzigen Ranges die Medaille kostete.

„Das war ein bisschen ärgerlich, aber insgesamt war es eine coole Woche“, sagte Simon Diesch lächelnd. Der jüngste Steuermann der Top Ten hatte vor zwei Jahren vor Palma die gemeinsame Olympiakampagne mit Philipp Autenrieth eingeläutet. „So langsam zahlt sich unsere harte Arbeit aus“, so Diesch, „wir können uns inzwischen unter den alten Hasen gut durchsetzen, haben uns technisch und physisch auf Augenhöhe gebracht. Dadurch haben wir an Stabilität, Zuversicht und Selbstvertrauen gewonnen.“ Der Aufwind kommt dem Team vier Monate vor der Weltmeisterschaft aller olympischer Segeldisziplinen in Aarhus gerade recht. In Dänemark wollen Diesch/Autenrieth mit einem Platz unter den Top-Acht-Nationen bereits den 470er-Nationenplatz für die Olympischen Spiele 2020 sichern. „Dafür haben wir uns gut positioniert, sind auf dem richtigen Weg“, so Diesch.

Diesch/Autenrieth im Video-Porträt (Link)

Wie für die 470er-Männer war es auch für die 470er-Seglerinnen des German Sailing Teams eine gelungene Woche. Mit Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß vom Deutschen Touring Yacht-Club als Achte und Frederike Loewe und Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segel Club) als Zehnte konnten sich gleich zwei Mannschaften von Bundestrainer Marek Chocian in den Top Ten platzieren.

„Wir sind insgesamt zufrieden, auch wenn es im Medaillenrennen nicht ganz so top gelaufen ist“, sagte Nadine Böhm. Die 27-jährige Steuerfrau hatte sich im vergangenen Jahr einer Bandscheiben-Operation unterziehen müssen und ist mit ihrer Vorschoterin noch nicht lange wieder im Einsatz. „Deswegen war das hier ein großer Schritt in die richtige Richtung“, zog Böhm Bilanz, „wir sind sehr zufrieden mit unserem Speed. Dass wir nach der langen Pause nun intensiv an Starts und Manövern arbeiten müssen, ist kaum verwunderlich. Klares Saisonziel ist die Nationenqualifikation für Olympia bei der WM in Aarhus.“

Böhm/Goliaß im Video-Porträt (Link)

Einige deutsche Top-Teams in Mallorca nicht am Start

Dass es zum Saisonauftakt vor Mallorca nicht noch mehr Anlass für Jubel gab, hatte gute Gründe: Von elf Mitgliedern des aktuellen Olympiakaders waren neun nicht am Start. Die Ursachen dafür waren vielfältig: Studiumsverpflichtungen, Verletzungen oder Trainingspläne hatten dazu geführt, dass die Mehrheit der deutschen Top-Segler erst später in die europäische Regattasaison einsteigen wird. Alle eint jedoch das Ziel: In Aarhus wollen sie Top-Leistungen abliefern und für den deutschen Segelsport die Nationenstartplätze für die Olympischen Spiele 2020 sichern. (GST/Auszüge Pm.)

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